UKW-Hörern droht Zwangsabschaltung

  • Ich oute mich mal als Radio-Fan und DAB+ Nutzer, im Auto, mit AV Receiver und mein sogar Radio-Wecker. Im Auto möchte ich es nimmer missen, schaltet automatisch auf UKW (und wieder zurück), sollte die DAB Ausleuchtung für den gewählten Sender nicht ausreichen. Allerdings ist dann der UKW Sender auch hörbar grenzwertig oder schnell ganz weg. Sehr angenehm fand ich SWR3 in München in DAB+ rauschfrei hören zu können ... wie auch in FFM ...


    Der reine DAB+ Betrieb ist m.E. derzeit nur begrenzt moeglich.

    Auf dem flachen Land und bei guter Abdeckung macht das Spass (wenn die Bandbreite des Input stimmt).

    Sobald es aber in die (Haueser)Schluchten geht, nervt es gewaltig. Bufferunderruns und Sendersuchen am laufenden Band.

    Auch Unterfuehrungen sorgen da fuer Missvergnuegen.

    Zumindest bei den ueblichen Scheibenantennen.


    1.5.2-1devel1 Kernel : 2.6.12-rc4-ct-2
    FF TT Rev.1.6 + Nova-S SE
    Quis custodiet ipsos custodes?
    VDR#1364

  • Da stehste dann aber im Regen, wenn UKW abgeschaltet werden sollte.

    Mal wieder ganz groß bei der Wortverdrehung ... :(


    Das unterscheidet sich doch nicht von UKW, irgendwann ist Ende Gelände bei jedem Sender, überregionalen Empfang gibt es auch bei UKW nicht.


    "Überregional" wäre bei DAB+ technisch möglich, gibt ja einen nationalen Multiplex:


    - https://de.wikipedia.org/wiki/…r_in_Deutschland#National


    Regards

    fnu

    HowTo: APT pinning

  • Das unterscheidet sich doch nicht von UKW, irgendwann ist Ende Gelände bei jedem Sender

    doch, das ist momentan noch ein großes Problem aus meiner Sicht. UKW auf VHF Band II hat auf Grund seiner Frequenzeigenschaften den Luxus, das es ,salopp gesagt, sich "um Bäume und Häuser wickeln kann" DAB+ verwendet VHF Band III, dort ist die Freiraumdämpfung wesentlich höher und Abschattungen durch Objekte größer. Bei UKW haben wir hier im Nordosten (für andere Bereiche kann ich nicht sprechen) flächendeckende Abdeckung. Anders ist es bei DAB+. Durch die unmittelbare Grenznähe zu drei Nachbarstaaten (Aussage NDR) muss man Rücksicht auf die Frequenzverteilung und Leistung nehmen. Das hat zur Folge, das nur die Ballungszentren voll versorgt sind und einige Bereiche gar nicht versorgt werden können. Daher muss es eine Rückfallebene geben und die ist zur Zeit nur UKW.

    Kanada ist wieder weg von DAB+ und hin zu IBOC (auch HD-Radio genannt) . Dort ist auch Simulcast auf gleicher Frequenz möglich, so das UKW als Altlast nicht drückt und man diese Generation schonend aussterben lassen kann. Das wäre hier wohl auch mit DRM+ auf UKW möglich.

  • Na ja, das ist die halbe Wahrheit.


    Bei euch sendet UKW teilweise mit über 100KW EIRP, aber DAB(+) nur mit 2.5KW.

    Würde man wie im Süden mit mehr als 10kW senden, wäre das ganz sicher besser. Die Ausbreitung im Bd2 ist um den Faktor 1.7..2.5 besser - aber wer welches Band nutzen darf ist reine Politik und kein technisches Problem. Ebenso ist dieses Problem vollständig lösbar, wenn man die Anzahl der Sender anpasst.

  • Bei euch sendet UKW teilweise mit über 100KW EIRP, aber DAB(+) nur mit 2.5KW.

    ja, das sind aber die Fakten, die sich aus unterschiedlichen Gründen zu Gunsten von DAB+ auch nicht ändern lassen. Bei Simulcast DRM+ könnte das DRM Signal wesentlich schwächer sein für gleiche Abdeckung und passgenau eingestellt werden. Im einfachsten Fall müsste nur an die bestehenden FM Sender über Combiner das DRM Signal "angelascht" werden. Das wäre um Längen billiger als mit L-Band Füllsender Löcher stopfen zu wollen. Irgendwie scheinen aber die DAB+ Lobbyisten ihre Arbeit zu verstehen.

  • ..na ja, unsere Nachbarländer nutzen kein VHF für TV - da würde sich schon was finden lassen.

  • Tja, wir armen Grenzländler... :) Hier in Flensburg gibt es gerade mal ein paar TV-Programme per DVB-T2 und noch nicht mal freenet-TV (die Privaten gab es aber schon bei DVB-T nicht). Bei DAB+ sieht es ähnlich armselig aus.


    Man gut, dass mich das Programm der ganzen Sender sowieso nicht interessiert. Eine 16GB-SD-Karte mit mp3s im Auto reicht mir.


    Lars.

  • Tja, wir armen Grenzländler... :) Hier in Flensburg gibt es gerade mal ein paar TV-Programme per DVB-T2 und noch nicht mal freenet-TV (die Privaten gab es aber schon bei DVB-T nicht). Bei DAB+ sieht es ähnlich armselig aus.

    Lars.

    Felnsburg hat doch einen eigenen Sender mit 8UKW und seit 2016 auch mit 21 DAB(+) Sendern?

  • Felnsburg hat doch einen eigenen Sender mit 8UKW und seit 2016 auch mit 21 DAB(+) Sendern?

    Über den Flensburger Sender wird der oben schon genannte nationale Multiplex ausgestrahlt, als auch der NDR Block:


    - https://de.wikipedia.org/wiki/Sender_Flensburg


    Regards

    fnu

    HowTo: APT pinning

  • Naja, das einzige Programm, was ich ab und zu mal hören kann, ist Radio BOB, wobei mir da zu oft Werbung kommt und die Nachrichten auch jede Stunde die gleichen sind. Der Rest sendet alles die gleichen Charts oder Schlager. Ich sehe da nicht viel von "mehr Vielfalt"...


    Ein paar Spartensender wären schon ganz nett. Also andere Sparten als Top40 und Schlager. ;)


    Lars.

  • Quote

    Das kommt davon, wenn man Infrastruktur, auf die man angewiesen ist, aus der Hand gibt....

    Thüringens Medien­staats­sekretär Malte Krückels fordert eine Rückkehr zu einer staatlichen Regulierung der UKW-Preise.


    "...

    Rundfunk wichtig wie Strom oder Wasser

    Die Rundfunkverbreitung dürfe folglich nicht zur Disposition privater Investoren stehen, solange der Rundfunkveranstalter willens und in der Lage ist, einen angemessenen Preis für die Verbreitung zu zahlen. Davon unabhängige Streitigkeiten Dritter dürften nicht dazu führen, dass die Rundfunkversorgung unterbrochen wird. Dieser Grundsatz gelte auch für andere vormals staatliche, jetzt privatisierte Netze. So wäre es undenkbar, die Gas-, Wasser- oder Stromversorgung in einer Straße, einer Stadt oder einer Region einfach einzustellen, weil beteiligte private Unternehmen sich nicht über die Konditionen einigen können. Für die Rundfunkverbreitung könne nichts anderes gelten..."


    Quelle

  • Sirenen heulen - man möge doch ein sicheres Gebäude/ einen Schutzraum aufsuchen und über Radio weitere Informationen erhalten.

    Wie, wenn ohne Dachantenne im Schutzraum nix geht?

    Und wie groß muß die Kurbel beim Kurbelradio werden, damit das für DAB+ (sofern noch gesendet wird) reicht?

    Wie sieht es mit dem Recht auf Informations-"Grundversorgung" auch im Ernst- oder Katastrophenfall aus?

    --
    vdr User #2022 - hdvdr2: Intel(R) Core(TM) i5-4670S, 12 GB Ram, softhddevice-vpp
    Octopus (ddbridge-6.5) mit 2xDVB-S2 und (Flex) 2xDVB-C/T Tunern, nvidia-GF610 (nvidia-390)
    System SSD btrfs, snapper, 8TB HDD XFS /srv/vdr, yavdr-ansible-2.4.1-frodo, hwe-Kernel 5.3.0-24,

    epgd/tvm/tvsp (Frodo), vdradmin-am, vdrmanager (Smartphone als FB) + FLIRC und Standard-FB

  • Mein Gott ist das ein unsinniger Beitrag..


    Das eine wie das andre ist einfach Radio. Für beides brauchst du ne Antenne, bei DAB darf die sogar deutlich kleiner ausfallen.

    Zur Erinnerung, das sind die 5cm großen 'Haifischflossen'-Antennen am Autodach. Und ein simples MPEG1 Layer2 Audio (aka Musicam oder gar (o gott!)) AAC zu dekodieren kann von der Rechenleistung jeder Winzling wie ein Raspberry.

  • Hi,

    Naja irgendwas ist da dran. Warum müssen die die Datenrate so kastrieren, dass nur noch schlechter Klang raus kommt... Und warum dürfen die nicht mit denselben Leistungen senden, wie analog? Dann sollte die Reichweite und die Abdeckung mindestens gleich gut sein...

    Aber das wäre zu einfach, dann wäre kein Flickenteppich wie bei DVB-T (2) oder Handy-LTE-Empfang mehr (ja ich weiß empfangsfreie Bereiche gibt es analog auch, aber weniger...)

    MfG Stefan

    Test-VDR1: HP rp5700 Fertigsystem, Core2Duo E6400, 2GB RAM, FF-SD C-2300, nvidia Slim-GT218 x1 | easyVDR 2.0 64Bit
    VDR3: in Rente

    VDR4: MSI G31M2 v2, Digitainer2-Geh., t6963c 6" gLCD, E5200, 2GB, 3TB WD Red, GT730, 2x TT S2-3200; easyVDR 3.5 64bit
    VDR5: Gigabyte
    GA-G31M-S2L, Intel E2140, Zotac GT730 passiv, Digitainer2-Geh., t6963c 6 " gLCD, 2 TB WD Red, 2x TT S2-3200 (an 1 Kabel) easyVDR 3.5 64bit
    VDR6:
    Intel E5200, GT630 passiv, F1 750 GB, t6963c gLCD, 2x TT S2-3200 | easyVDR 3.5 64bit
    VDR-User #1068
    www.easy-vdr.de

  • >> Warum müssen die die Datenrate so kastrieren, dass nur noch schlechter Klang raus kommt..

    Bitrate kostet Geld. CD-nahe Quali ist mit AAC LC machbar, das hängt von der Sendestation ab.

    Aber mal ehrlich stationär wird man doch eh per Netzwerk Radio hören wollen und für unterwegs ist DAB+ deutlich überlegen.


    >> Und warum dürfen die nicht mit denselben Leistungen senden, wie analog?


    Dürfen schon, brauchen nur nicht.

    Digitale Modulationen wie DVB-T/T2 oder DAB(+) nutzen mehrere Sender im Gleichwellennetz. UKW kann das nicht und muss mit mehr Pegel störende Nachbarsender wegdrücken. Und ebenso brauchen DAB - Empfänger weniger Signal als eine UKW Ausstrahlung.


    DRM als DAB+ Alternative würde die alte Mittelwelle belegen und 'gute' Qualität in Mono bieten, DRM+ das UKW Band, aber dazu müsste das UKW Band erst einmal frei gemacht werden.

  • Bitrate kostet Geld. CD-nahe Quali ist mit AAC LC machbar, das hängt von der Sendestation ab

    Das ist natürlich insbesondere bei unserer Zwangs-Pensionskasse mit angehängtem Sendebetrieb bei 8 Mrd € / Jahr Etat Argument Nr. 1.


    Dürfen schon, brauchen nur nicht.

    Digitale Modulationen wie DVB-T/T2 oder DAB(+) nutzen mehrere Sender im Gleichwellennetz. UKW kann das nicht und muss mit mehr Pegel störende Nachbarsender wegdrücken. Und ebenso brauchen DAB - Empfänger weniger Signal als eine UKW Ausstrahlung.

    Nun, wir sehen ja, wie aus der ehemaligen 99% Abdeckung mit UKW und analogem VHF/UHF TV schon mit DVB-T1 ein Flickenteppich entstand, der bei DAB([.+]) ebenso vorhanden ist.


    Offenbar reicht die Leistung eben *nicht*.


    Und - vielleicht liegts am Alter - ich sehe auch nicht ein, warum ich einen Radio-Stream für Hintergrundberieselung durch die IP-Leitung prügeln soll (nein, keine Sorge 100 MBit Downstream), den ich erst mühsam aus dem unüberschaubaren Angebot fischen soll. Irgendwas nervt da doch immer.


    Daher läuft hier stationär "der eigene Sender", direkt per Bitstream an die Verstärker, in FLAC Qualtität. Und der ist auch, wie UKW ganz ohne externe Anbindung verfügbar. Nur Strom braucht er.


    Bis 1993(?) ging es hier vor Ort zwar auch mit etwa einer Dachrinne (1593 kHz, 800 kW EIRP), aber da war die Senderwahl irgendwie blöd - da war UKW schon besser. ;)


    Stefan

  • Aber mal ehrlich stationär wird man doch eh per Netzwerk Radio hören wollen...

    Erklärst du dann meinen Schwiegereltern das Radio? Die wollen einfach nur hören und ggf. zwischen drei verschiedenen Sendern wechseln.

    Und die sind schon gar nicht so unwillig, Technik zu verstehen...


    Lars.