SSD als Video-Partition?

  • Spricht rein technisch (also abgesehen vom hohen Preis) eigentlich etwas gegen den Einsatz einer SSD auch für die Video-Partition? Oder stresst die SSD zu sehr, so dass vorzeitiger Verschleiß droht?

    VDR 1: Silverstone LC20, Cougar A300/R, Asrock J4105B-ITX, WinTV DualHD, WD10EACS; Atric-IR-Einschalter. SW: Xubuntu 19.04 per SSD
    VDR 2: ACT-620, Asrock B75 Pro3-M, Celeron G540, passive Asus GT610, Cine CT V6, KNC-One DVB-C, Atric-IR-Einschalter. SW: Xubuntu 18.04 per SSD

  • Das hängt von der Qualität der SSD ab und wie viel man Aufnimmt bzw. per Permashift an Daten schreiben lässt - bei der aktuellen Generation der Samsung-SSDs aus der 960 Pro Serie hat man garantierte Schreibvolumina - vgl. https://www.samsung.com/de/mem…-5-inch-ssd/MZ-76P1T0BEU/:


    860 PRO: Fünf Jahre Herstellergarantie oder Erreichen der spezifizierten Gesamtdatenmenge von 300 TB TBW für das 256-GB-Modell, 600 TB TBW für das 512-GB-Modell, 1,2 PB TBW für das 1-TB-Modell, 2,4 PB TBW für das 2-TB-Modell sowie 4,8 PB TBW für das 4-TB-Modell.

    yaVDR-Dokumentation (Ceterum censeo enchiridia esse lectitanda.)

  • Etliche Tests haben ergeben, das im Prinzip alle SSDs eine deutlich bessere Performance bringen als die vom Hersteller festgelegte und in den SMART Daten einprogrammierte Write Endurance Werte. Die Geräte haben teilweise eine X-faches dieser Werte überrschritten ohne den Betrieb einzustellen ...


    Hab selbst den aktuellen Fall, dass zwei NVMe SSDs von meiner Synology innerhalb von wenigen Monaten (als Cache) an diesen Wert gebracht wurden und dann als defekt markiert wurden. Die SSDs sind aber mitnichten defekt, alle Zellen arbeiten einwandfrei und es wurde auch keine Spare Zellen eingewechselt. Synology legt nur den statistischen Wert der Write Endurance zu Grunde, m.E. ist das fehlerhaft. Ich nutze NVMe Module weiter zu meiner Zufriedenheit in PCs ... sogar in einem VDR als Boot/OS-Platte ...


    Auch bezweifel ich ganz stark das es wirklich Qualitätunterschiede zwischen den SSDs gibt. Die NAND Bausteine kommen von wenigen Herstellern, wie auch die Controller. M.E. übervorteilen etliche Hersteller Endkunden, weil die suggerierte höhere Lebensdauer nur eine Aussage ist. Ein "No-Name" Hersteller bietet diese Aussage und die Garantie darauf evtl. nicht, aber das heißt nicht zwingend das die SSD eine kürzere Lebenszeit hat ... ein Hersteller aus Korea ist mir hier ein besonderer Dorn im Auge ...

    Ich glaube auch nicht das die Nutzung als Aufnahme-Verzeichnis so einen großen Unterschied zur normalen PC Nutzung macht. Die Nutzung als OS Boot-Medium ist jedenfalls null, null signifikant für die Write Endurance, Aufnahmen vllt. ein kleines, kleines bisschen ...


    Regards

    fnu

    HowTo: APT pinning

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  • Hi,

    Du musst halt mit ner Ramdisk arbeiten für EPG etc. Und Swap deaktivieren. Genug Ram sollte da sein, nicht nur 2 GB.

    Aber außer Lärm? Warum sollte man es machen? Oder willst du unbedingt nen winzigen VDR?

    Mfg

    Test-VDR1: HP rp5700 Fertigsystem, Core2Duo E6400, 2GB RAM, FF-SD C-2300, nvidia Slim-GT218 x1 | easyVDR 2.0 64Bit
    VDR3: in Rente

    VDR4: MSI G31M2 v2, Digitainer2-Geh., t6963c 6" gLCD, E5200, 2GB, 3TB WD Red, GT730, 2x TT S2-3200; easyVDR 3.5 64bit
    VDR5: Gigabyte
    GA-G31M-S2L, Intel E2140, Zotac GT730 passiv, Digitainer2-Geh., t6963c 6 " gLCD, 2 TB WD Red, 2x TT S2-3200 (an 1 Kabel) easyVDR 3.5 64bit
    VDR6:
    Intel E5200, GT630 passiv, F1 750 GB, t6963c gLCD, 2x TT S2-3200 | easyVDR 3.5 64bit
    VDR-User #1068
    www.easy-vdr.de

  • Die Idee ist in der Tat, zumindest einen beider beiden klobigen VDRs durch einen NUC oder Mini-ITX zu ersetzen.

    VDR 1: Silverstone LC20, Cougar A300/R, Asrock J4105B-ITX, WinTV DualHD, WD10EACS; Atric-IR-Einschalter. SW: Xubuntu 19.04 per SSD
    VDR 2: ACT-620, Asrock B75 Pro3-M, Celeron G540, passive Asus GT610, Cine CT V6, KNC-One DVB-C, Atric-IR-Einschalter. SW: Xubuntu 18.04 per SSD

  • Preislich sind ssd schon in Reichweite dafür (1TB unter 200,-) und der Stress für die SSD sollte sich in Grenzen halten, da eher große Dateien geschrieben werden und belegte Sektoren lange unangetastet werden. Kann man machen.

  • Du musst halt mit ner Ramdisk arbeiten für EPG etc. Und Swap deaktivieren. Genug Ram sollte da sein, nicht nur 2 GB.

    Also m.E. ist EPG kein Kriterium mehr im Bezug auf die Write Endurance einer SSD, genauso wenig Teletext, wie oben schon erwähnt. VDR selbst hält EPG zudem im Betrieb schon immer im Speicher, wie auch xmltv2vdr ohne weitere Konfiguration im shared Memory Bereich arbeitet. Und ich vermute stark, dass wird bei epgd nicht anders sein ... also kein Grund hier Panik zu machen, selbst wenn auf die SSD mal geschrieben wird, als ob die aus Zucker wären.


    Nur mal zur Einschätzung solcher Äusserungen, in einem VDR habe eine Intel mSata SSD drin (313 Series), die betreibe ich nun seit 2012 (!) als OS/Boot Medium, inzwischen im zweiten VDR. Deren statistischer Wert der Write Endurance, "Media_Wearout_Indicator" in den SMART Daten, liegt bei 99%. Also 1% "Abnutzung" im Laufe von 7 Jahren (!) und das sieht ganz genauso bei allen anderen OS/Boot Medien hier aus, selbst bei meiner preiswertesten SSD von SanDisk aus 2012 ...


    So jetzt hat die gute SSD für die Aufnahmen z.B. nach 5 Jahren Nutzungszeit vielleicht 70% Abnutzung auf diesem statistischen Wert? So what, was soll's, sie hat 5 Jahre perfekt gearbeitet und wird weitere Jahre arbeiten ... wenn dieser statistische Wert bei 100% Abnutzung ist, schaltet das Gerät nicht per-se ab ... wo steht denn das dieser Wert sich nicht ändern darf, soll?


    Man muss sich nur klar werden ob man die €150 für das Terrabyte SSD bezahlen will oder ob es nicht eine 2TB Seagate Barrcuda in 2,5" als Videograb für €80 ausreicht und von einer kleinen preiswerten NVMe SSD bootet ... und die 1TB SSD lieber in das Notebook oder den Desktop NUC steckt ... :)

    durch einen NUC oder Mini-ITX zu ersetzen.

    Einfach machen, die NUC Geräte sind m.E. die Besten VDRs die ich in den ganzen Jahren hatte ...


    Regards

    fnu

    HowTo: APT pinning

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  • Oder stresst die SSD zu sehr, so dass vorzeitiger Verschleiß droht?

    Wenn man die üblichen Dinge (trim aktivieren, SSD nicht zu voll werden lassen, evtl. Mountoptionen wie noatime) beachtet, würde ich mir da überhaupt keine Sorge machen.


    Du musst halt mit ner Ramdisk arbeiten für EPG etc. Und Swap deaktivieren.

    Beides unnötig, ich habe seit über 5 Jahren EPG und Videotext auf die SSD laufen, gab bislang keine Problem.

    Auch der Verschleiss hält sich laut SMART noch immer in Grenzen. Und dabei handelt es sich nur um eine, in heutigen Masstäben mickrige, 32GB-SSD.
    Die ganzen Metadaten der Aufzeichnungen (= /video0) laufen übrigens auch auf diese SSD.


    Genug Ram sollte da sein, nicht nur 2 GB.

    Genug RAM ist natürlich Vorraussetzung. Wenn der RAM knapp wird, geht es zuerst an den Disk-Cache und der nimmt der SSD einen guten Teil der Lese- und Schreib-Operationen ab.


    Spricht rein technisch (also abgesehen vom hohen Preis) eigentlich etwas gegen den Einsatz einer SSD auch für die Video-Partition?

    Für mich spricht das Fehlerverhalten dagegen.

    Meine Festplatten-Defekte waren bislang immer schleichend. Wenn man da was bemerkt hat, hatte ich immer Zeit die Daten, mit allenfalls minimalen Verlusten, runter zu ziehen. (Das soll jetzt aber kein Argument sein, aufs Backup zu verzichten!)

    Die Defekte bei denn SSDs hingegen waren plötzlich und fatal. Der Rechner blieb einfach im Betrieb stehen. Danach waren die SSDs komplett tot.


    Für die Video-Daten (= /video1) würde ich noch immer eine 2,5"-HDD wählen.

    Die Metadaten (= /video0) liegen bei mir aber schon lange auf der SSD (natürlich mit automatischem Backup). Das lasst die HDD deutlich weniger oft anlaufen und bringt Geschwindigkeits-Vorteile beim Einlesen der Aufnahmen.


    Bei den aktuellen SSD-Preisen, IMHO eine SSD als Aufnahme-Cache interessant.

    Aufnahmen laufen dann immer auf die SSD und werden nach x Tagen dann auf die HDD verschoben.

    Das würde die Laufzeit der HDD nochmals deutlich reduzieren und Schneiden ginge rasant.

    Vielleicht hab ich im Winter ja mal Zeit dafür ...

    Gruss
    SHF


  • Bei den aktuellen SSD-Preisen, IMHO eine SSD als Aufnahme-Cache interessant.

    Aufnahmen laufen dann immer auf die SSD und werden nach x Tagen dann auf die HDD verschoben.

    Das würde die Laufzeit der HDD nochmals deutlich reduzieren und Schneiden ginge rasant.

    Genau so hab Ich das jetzt seit 2 Jahren im Einsatz, das läuft reibungslos leise und schnell :)

  • Ich habe seit 11/2018 eine M.2 SSD (Intel 660p 2TB) als Videopartiton im Einsatz. Erst im NUC6i5SYH und nun im NUC7i3BNH, Dateisystem XFS.

    Schneller Videoschnitt und lautloser Betrieb waren meine Anschaffungsgründe :tup