seltsames Regelverhalten von Poti in Gegenkopplung (nicht invertierend)

  • Hallo zusammen,


    es geht noch um die gleiche Schaltung, allerdings habe ich ein neues Thema erstellt, weil der alte Titel (...C entkoppelt...) nicht mehr gilt, dank Euch ist das alles geklärt.


    Nach dem Aufbau der Schaltung stellt sich folgendes Phänomen ein:


    Durch das pseudo-log. Poti (s. http://sound.westhost.com/project01.htm) hat man ein recht lineares Regelverhalten (in dB natürlich, nicht in Volt).
    Auf den letzten 1-2mm springt die Verstärkung aber von mäßig auf volle Kanne, sowohl messtechnisch als auch gehörsmäßig ist ein deutlicher Sprung wahrnehmbar!
    Als Poti kommt ein lineares 100k-Pot der Firma Radiohm zum Einsatz, um 1,50€. Liegt das da dran? Wäre das mit ALPS nicht passiert? Oder ist da ein Fehler in der Schaltung?


    Vielen Dank für Eure Engelsgeduld mit mir und meinen elektronischen Schaltungen! (Immerhin schon die dritte dieses Jahr)


    Grüße
    Marc

  • Auch wenn ich die Schaltung nicht kenne, sich aber kein anderer traut, versuche ich es mal.


    Quote

    Original von kanotixer
    Auf den letzten 1-2mm springt die Verstärkung aber von mäßig auf volle Kanne

    Schleifer auf der Zeichnung "unten"?
    In dem Bereich soll doch die Steigung der Verstärkung besonders stark sein? (aber nicht so stark)


    Es könnte mit am Poti liegen, die laufen manchmal kurz vor dem Ende nicht ganz sauber.

    R4 scheint mir 51R recht gering, im Vergleich zu 100k.

    Gruss
    SHF


  • Hi,


    ich tippe auch auf ein "kratzendes Poti".

  • Hallo Ihr beiden,


    vielen Dank, dass Ihr Euch der Sache angenommen habt.


    Schleifer ganz unten stimmt. Ohja, da hast Du natürlich recht. Sollte ja ein Ersatz für ein 13k-log-Poti sein, dass sich die maximale Verstärkung auf 100k/51 erhöht, hatte ich nicht bedacht... Ist ja Faktor 2000, sprich 66dB, ui...


    Vielleicht an den anderen Poti"zweig" auch noch einen Widerstand parallel?
    Dann hätte man am Anschlag 13k, macht Faktor 300, 50 dB, sollte knapp passen.


    Wie verändert sich denn dann das Regelverhalten? Versuch macht kluch, werde ich dann mal heute oder morgen ausprobieren...


    Kratzendes Poti würde ich ausschließen wollen. Die Dinger sind Reichelt/Conrad-Neu und wir haben drei unterschiedliche getestet, die sich alle gleich verhalten. Außerdem ist das Regelverhalten absolut reproduzierbar, Kratzen ist ja eher zufallsverteilt.

    Full-Budget: Athlon XP 2600+ auf Asrock K7VT4A+, XFX Nvidia Geforce 6200, Hauppauge Nova-S Plus.
    HjsLfs 1.2.8 mit VDR 1.6.0-2 und xineliboutput.

  • also für bessere Audioanwendungen würde ich solche Potis in der Preisklasse nicht verwenden. Meine Erfahrungen mit diesen Dingern sind, das sie nahe Endanschlag ein sehr großes Rauschen haben oder sogar Bauart bedingt total aussetzen.


    Es gibt auch rel. gute Potis, jedoch preismäßig jenseits von Gut und Böse,
    aber wesentlich interessanter sind die Digitalpotis , bsw der PGA 2311 (eigene Erfahrung) --> http://focus.ti.com/docs/prod/folders/print/pga2311.html , zumal die Versorgung mit +/- ja schon gegeben wäre


    Gruß Fr@nk

  • Hallo Fr@nk,


    Du hast recht, für bessere Audioanwendungen taugt das natürlich nicht. Aber es geht um eine Rücksprechkiste, falls man auf einer Produktion mal kein Mischpult dabei hat. Da wäre sowohl ein HiEnd-Poti als auch ein Digitalpoti mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Wenn man sich mal die gängigen Rücksprecheinheiten anhört (SSL...) ist unsere Schaltung dagegen ein audiophiler Traum!


    Ansonsten vielen Dank für den Hinweis auf den PGA2311, das könnte für ein kommendes Projekt interessant werden...


    Grüße
    Marc

    Full-Budget: Athlon XP 2600+ auf Asrock K7VT4A+, XFX Nvidia Geforce 6200, Hauppauge Nova-S Plus.
    HjsLfs 1.2.8 mit VDR 1.6.0-2 und xineliboutput.

  • Quote

    Original von kanotixer
    Vielleicht an den anderen Poti"zweig" auch noch einen Widerstand parallel?
    Dann hätte man am Anschlag 13k, macht Faktor 300, 50 dB, sollte knapp passen.

    Ich würde eher R4 vergrössern soweit das möglich ist. Am besten auf auf mindestens 500R oder 1k.


    Eventuell dann auch noch R18 verkleinern, das macht die Sache linearer.

    Gruss
    SHF


  • Quote

    Original von SHF

    Ich würde eher R4 vergrössern soweit das möglich ist. Am besten auf auf mindestens 500R oder 1k.


    Eventuell dann auch noch R18 verkleinern, das macht die Sache linearer.


    Es soll ja grade nicht linear sein, sondern negativ logarithmisch ;)
    Aber ich werds mal probieren, vielleicht hilfts.


    R4 ist halt schwierig wegen der maximalen Verstärkung. Aus der Elektret-Kapsel kommt ja nicht viel raus, da muss der Verstärkungsfaktor schon recht hoch sein. Mit 100-200 Ohm könnte ich noch leben, danach wirds schwierig.

    Full-Budget: Athlon XP 2600+ auf Asrock K7VT4A+, XFX Nvidia Geforce 6200, Hauppauge Nova-S Plus.
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  • Quote

    Original von kanotixer
    R4 ist halt schwierig wegen der maximalen Verstärkung. Aus der Elektret-Kapsel kommt ja nicht viel raus, da muss der Verstärkungsfaktor schon recht hoch sein. Mit 100-200 Ohm könnte ich noch leben, danach wirds schwierig.

    Das Problem ist halt, dass man mit der Schaltung nur etwas mehr als eine Dekade einigermassen logarithmisch schafft.
    Wenn man mehr will wird es "oben" oder "unten" steiler.


    Da ein Bild bekanntlich mehr als 100 Worte sagt, hab ich mal die Kurven angehängt.
    rot: Ausgangszustand;
    grün: das meinte ich mit "linearer";
    blau: Bestückung wie im angehängten Schaltplan. Das dürfte ein brauchbarer Kompromiss sein.

    Images

    Gruss
    SHF


  • Oha, jetzt sehe ich was Du meinst und warum das so tut wie es tut.


    Vielen Dank für Deine Mühe mit der Simulation, ich passe die Werte dann nach dem Schaltplan an. Wenn ich das richtig ablese, wäre das sogar 400-fache Verstärkung, das sollte hinhauen!


    Viele Grüße
    Marc

    Full-Budget: Athlon XP 2600+ auf Asrock K7VT4A+, XFX Nvidia Geforce 6200, Hauppauge Nova-S Plus.
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  • Quote

    Original von kanotixer
    Wenn ich das richtig ablese, wäre das sogar 400-fache Verstärkung, das sollte hinhauen!

    Die Verstärkung wolltest du doch ;D.


    Man kann die Kurve auch noch, wenn es nicht reicht, vertikal nach oben verschieben in dem man R6 etwas verringert.

    Gruss
    SHF


  • Hallo SHF,


    bin nun endlich dazu gekommen, die Änderungen einzulöten und das ganze optisch ansprechend ins Gehäuse zu kriegen.


    Und ich muss sagen, die von Dir vorgeschlagenen Modifikationen funktionieren bestens! Jetzt hat man eine schöne lineare Pegeländerung, vom Links- bis zum Rechtsanschlag des Potis!


    Also nochmal vielen Dank für die Mühe, klappt bestens!


    Grüße
    Marc

    Full-Budget: Athlon XP 2600+ auf Asrock K7VT4A+, XFX Nvidia Geforce 6200, Hauppauge Nova-S Plus.
    HjsLfs 1.2.8 mit VDR 1.6.0-2 und xineliboutput.

  • Freut mich, dann hat sich die Arbeit wenigstens gelohnt!

    Gruss
    SHF


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