DVB-Ausstrahlung: interlaced oder nicht?

  • Sorry, ich finde keine wirklich passende Gruppe ala "DVB" für diese Grundsatzfrage, daher hier:

    Wird eigentlich heutzutage trotz immer weiterer Verbreitung von LCD-TVs immer noch grundsätzlich alles interlaced ausgestrahlt? Die Antwort scheint ja zu sein: für DVB-S finde ich zB bei LinowSat, wenn die Auflösung denn angegeben ist, ausschliesslich welche mit Suffix "i". Für DVB-T zB hier:
    http://dvb-t.the-media-channel.com/bayern/dvb-t-m…suedbayern.html

    Von HD-Sendern in 720p abgesehen: es scheint nicht einen DVB-Sender zu geben, der progressive ausstrahlt. Jedenfalls alle in D relevanten. Korrekt?

    Interessant zu beobachten allerdings, dass Film-Material sehr häufig trotzdem nicht zu interlaced-Kämmen neigt. Die Theorie: hier wird 25p-Material einfach durch Zerlegung der Frames in 50i ausgestrahlt. Simples Zusammensetzen der Halbbilder führt wieder zum kammlosen 25p-Frame.
    Korrekt?

    Manchmal kann man sogar beobachten, dass etwa in einer Nachrichtensendung ein Beitrag keine Kämme zeigt, sehr wohl aber eine eingeblendete Laufschrift..

    Auch wenn ich mit dem allem richtig liege: wie kann man denn zweifelsfrei die Eigenschaft "interlaced" in Streams und Aufnahmen feststellen? Mit gSpot (Windows) konnte ich .vdr Files öffnen und sah "I/L". Die VDR StreamInfo dagegen zeigt zwar schön den Transponder, Bitrate, Auflösung - aber kein "i"? Übersehe ich was?

    Welche Tools kann man noch zur Analyse empfehlen?

    Danke!
    hivdr

    Signatur..

    VDR0: Shuttle SH67 H3 / Core i3 2105, DVB-S2 TT 6400 Twin HD, VDR 2.0.3 auf Kubuntu 11.04 (2.6.38\)
    VDR1: DVB-T2 (sat-ip Octopus-NetV2), recording server only (skincurses), VDR 2.3.8 / Ubuntu 16.04
    VDR2: Zotac ION ITX F, DVB-S2 TT 6400 Twin HD, VDR 1.7.18 auf Kubuntu 11.04 (2.6.38\), LNB Sharing

  • Quote

    Original von hivdr
    Wird eigentlich heutzutage trotz immer weiterer Verbreitung von LCD-TVs immer noch grundsätzlich alles interlaced ausgestrahlt?
    Von HD-Sendern in 720p abgesehen: es scheint nicht einen DVB-Sender zu geben, der progressive ausstrahlt. Jedenfalls alle in D relevanten. Korrekt?

    Ja, da die DVB-Norm nichts anderes vorsieht. (bei bisherigem SDTV)

    Quote

    Interessant zu beobachten allerdings, dass Film-Material sehr häufig trotzdem nicht zu interlaced-Kämmen neigt. Die Theorie: hier wird 25p-Material einfach durch Zerlegung der Frames in 50i ausgestrahlt. Simples Zusammensetzen der Halbbilder führt wieder zum kammlosen 25p-Frame.
    Korrekt?


    Ja, zumindest wenn es die Sender schaffen das ganze Bild in den zwei zueinander gehörenden Halbbildern zu übertragen. Es gibt auch Sender die es schaffen das erste Halbbild eines Films in Halbbild 2 des einen und das zweite Halbbild eines Films in Halbbild 1 des darauf folgenden Bildes zu senden.

    Quote

    Manchmal kann man sogar beobachten, dass etwa in einer Nachrichtensendung ein Beitrag keine Kämme zeigt, sehr wohl aber eine eingeblendete Laufschrift..


    Dann hast Du einen alten oder schlechten LCD-Fernseher, oder wenn der Receiver das Deinterlacing macht verwendet er als Verfahren WEAVE.

    Quote

    Welche Tools kann man noch zur Analyse empfehlen?


    Keins, da die Tools für Fernsehsignale überflüssig sind, im SDTV wird immer interlaced gesendet.

    Meine VDR

    1. gen2vdr v2 auf Aopen i915GMm-HFS und CeleronM 360J, RAM 1GB, HD Samsung HD401LJ, DVD Pioneer DVR-A05, Funk-Tastatur Cherry mit USB-Empfänger, TT FF 1.5 (System nur noch selten im Einsatz)

    2. gen2vdr v3 auf Gigabyte GA-E7AUM-DS2H (NVidia 9400 Onboard-Grafik) mit Core2Duo E8500, RAM 4 GB, SATA-Festplatte im Wechselrahmen, SATA BD-ROM/DVD-Brenner Pioneer, Tastatur, Skystar HD2

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    Originally posted by hivdr
    Welche Tools kann man noch zur Analyse empfehlen?

    Wenn du den Videostream in einem Editor (z.B. Cuttermaran) am PC aufrufst (der die beiden Halbbilder zur Anzeige aus Geschwindigkeitsgründen einfach nur zusammensetzt) dann siehst du genau woran du bist. D.h. ob die beiden Halbbilder ohne zeitliche Differenz zusammenpasen (weil z.B. eine Filmrolle abgetastet wurde).

    Aber eigendlich ist das alles überflüssig. Du musst eh nehmen was kommt.

    BTW: Ich finde es auch seltsam das man beim Sprung zum digitalen TV nicht auf Vollbilder gesetzt hat (ein wirklich guter Deinterlacer im Sender wäre sinnvoller als viele minderwertige bei den Nutzern).
    Aus Vollbildern Halbbilder für alte TVs zu machen ist einfach. Aber in jedem (also wirklich in jeder Kiste die zuhause rumsteht) nen (mehr oder weniger guten) Deinterlacer zu packen ist wirklich schwachsinnig.

    cu

  • Quote

    Original von halbfertiger


    Dann hast Du einen alten oder schlechten LCD-Fernseher

    :) Die hier erwähnten Beobachtungen mache ich bei Aufnahmen im Pause-Modus bzw. in Live manchmal beim Umschalten oder dergleichen, wenn es kurz "stockt". Jedenfalls beim xineliboutput scheint man in diesen Fällen dann einfach das simpel aus zwei Halbbildern zusammengesetzte Bild zu sehen. Deinterlacing macht im laufenden Bild ansonsten bei mir vdpau.

    Ich mach also bei der Aufnahme Pause und sehe, dass im Bild selbst keine Kämme sind, aber bei der Laufschrift. Das passt doch perfekt zur Theorie, dass da im Hintergrund 25p-Material läuft, das einfach in Halbbilder zerteilt ist (korrekt, das mit der Verschiebung der Halbbilder wäre nat. brutalst..), während die eingeblendete Laufschrift in 50i produziert ist.

    Quote


    Keins, da die Tools für Fernsehsignale überflüssig sind, im SDTV wird immer interlaced gesendet.

    Gut und schön, der Fall ist klar. Interessant wärs trotzdem.

    Es ist in DVB gar nicht vorgesehen, SD-Auflösungen in p zu senden? So schwer kann das doch nicht sein..

    Signatur..

    VDR0: Shuttle SH67 H3 / Core i3 2105, DVB-S2 TT 6400 Twin HD, VDR 2.0.3 auf Kubuntu 11.04 (2.6.38\)
    VDR1: DVB-T2 (sat-ip Octopus-NetV2), recording server only (skincurses), VDR 2.3.8 / Ubuntu 16.04
    VDR2: Zotac ION ITX F, DVB-S2 TT 6400 Twin HD, VDR 1.7.18 auf Kubuntu 11.04 (2.6.38\), LNB Sharing

  • In Schnittlösungen sieht man es, OK. Aber so ein simples kleines Analyse-Tool, unter Linux, auf der Kommandozeile..?

    Quote

    Original von Keine_Ahnung
    BTW: Ich finde es auch seltsam das man beim Sprung zum digitalen TV nicht auf Vollbilder gesetzt hat (ein wirklich guter Deinterlacer im Sender wäre sinnvoller als viele minderwertige bei den Nutzern).
    Aus Vollbildern Halbbilder für alte TVs zu machen ist einfach. Aber in jedem (also wirklich in jeder Kiste die zuhause rumsteht) nen (mehr oder weniger guten) Deinterlacer zu packen ist wirklich schwachsinnig.
    cu

    Wie wahr. Aber es fördert die Geschäfte.. :)

    Signatur..

    VDR0: Shuttle SH67 H3 / Core i3 2105, DVB-S2 TT 6400 Twin HD, VDR 2.0.3 auf Kubuntu 11.04 (2.6.38\)
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    VDR2: Zotac ION ITX F, DVB-S2 TT 6400 Twin HD, VDR 1.7.18 auf Kubuntu 11.04 (2.6.38\), LNB Sharing

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    Originally posted by hivdr
    Es ist in DVB gar nicht vorgesehen, SD-Auflösungen in p zu senden? So schwer kann das doch nicht sein..

    Im Prinzip ist es ja egal wenn das p als i gesendet wird. AFAIK (ich meine das mal irgendwo gelesen zu haben) gibts sogar irgendwo nen Flag was sagt "die Halbbilder passen zusammen". Damit könnte ein Deinterlacer ja in den "Bilder einfach zusammenpacken" Modus schalten und alles wäre gut.

    Aber ich denke real wird sowas niergens genutzt (und könnte z.B. über SCART auch ganricht zum TV übermittelt werden).

    cu

  • Quote

    Original von Keine_Ahnung

    BTW: Ich finde es auch seltsam das man beim Sprung zum digitalen TV nicht auf Vollbilder gesetzt hat

    Das lag daran, dass damals die Kameras die Bilder interlaced abgetastet haben, Progressive Bilderzeugung wäre damit nicht möglich gewesen.

    Meine VDR

    1. gen2vdr v2 auf Aopen i915GMm-HFS und CeleronM 360J, RAM 1GB, HD Samsung HD401LJ, DVD Pioneer DVR-A05, Funk-Tastatur Cherry mit USB-Empfänger, TT FF 1.5 (System nur noch selten im Einsatz)

    2. gen2vdr v3 auf Gigabyte GA-E7AUM-DS2H (NVidia 9400 Onboard-Grafik) mit Core2Duo E8500, RAM 4 GB, SATA-Festplatte im Wechselrahmen, SATA BD-ROM/DVD-Brenner Pioneer, Tastatur, Skystar HD2

  • In folgendem Thread wird das auch diskutiert, geht ziemlich wild durcheinander und erst ganz unten sagt mal jemand, dass bei DVB interlaced gesendet wird. Nicht ganz unwidersprochen.
    http://forum.digitalfernsehen.de/forum/digitale…nvertieren.html

    Etwas aktueller hier:
    http://www.hardwareluxx.de/community/showthread.php?t=617985&page=13

    Hier wird das nämliche Flag als "progressive flag" bezeichnet. Und erwähnt dass es im DVB normalerweise nicht benutzt wird. Klingt schon alles ganz plausibel.

    Aber wenns nochmal wer ganz genau weiss, und sei es in einem Monat, der Thread wird ja nicht schlecht..

    Signatur..

    VDR0: Shuttle SH67 H3 / Core i3 2105, DVB-S2 TT 6400 Twin HD, VDR 2.0.3 auf Kubuntu 11.04 (2.6.38\)
    VDR1: DVB-T2 (sat-ip Octopus-NetV2), recording server only (skincurses), VDR 2.3.8 / Ubuntu 16.04
    VDR2: Zotac ION ITX F, DVB-S2 TT 6400 Twin HD, VDR 1.7.18 auf Kubuntu 11.04 (2.6.38\), LNB Sharing

  • Es ist richtig.
    DVB ist im Falle SDTV immer interlaced.
    Das progressive Falg gibt es. Es ändert aber nichts am Sendeformat. Das ist weiterhin interlaced. Das Flag sagt wirklich nur aus, das die Halbbilder zusammen passen (sollten).

    Dummerweise kann man sich auf das Flag nicht verlassen. Die Sender setzen es oft nicht korrekt bzw. "vergessen" es entsprechend zu setzen oder eben nicht. Daher ist die Information nur begrenzt verlässlich.

    Ob interlaced oder progressive besser ist, das ist eine endlose Diskussion. Ausgehend von gleicher nötiger Bandbreite tauscht man gute zeitliche Auflösung (interlaced) gegen gute Detailauflösung (progressive).
    Echtes interlaced Material reduziert die vertikale Auflösung auf die Hälfte, die zeitliche Auflösung ist dann aber 50 Bilder. Progressive Material hat bei gleicher Bandbreite die doppelte vertikale Auflösung, dafür zeigt es aber nur 25 Bilder pro Sekunde.
    Will man beides (doppelte Auflösung und 50 Bilder), dann braucht man die doppelte Bandbreite.
    Bandbreite kostet aber Geld.

    Wie es zu dem Effekt mit der Laufschrift kommt ist relativ einfach:
    Bild und Laufschrift werden unterschiedlich erzeugt. Das Bildmaterial liegt dann progressive vor und wird in 2 Halbbilder zerlegt um es standardkonform senden zu können. Die Halbbilder passen deswegen auch exakt zusammen. Danach wird in das erzeugte "interlaced" Material die Laufschrift interlaced eingearbeitet. Dadurch entstehen die Kämme in ihr.

    Solche Verstrickungen sind noch die harmlosesten. Bzgl. Konvertierungen zwischen interlaced und progressive und auch PAL und NTSC gibt es die wildesten Auswüchse. Allesamt haben eines gemeinsam: Röhren kommen damit einwandfrei klar. Sobald Rechentechnik beteiligt ist (als auch bei LCD-TVs) gibts Probleme (hängendes Bild, Ruckeln und dergleichen).

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