Hallo zusammen,
ich traue mich heute mal mit einer Frage aus der Deckung, die mich als langjährigen Bastler schon länger beschäftigt.
Kurz zu meinem Hintergrund: Ich bin ein absoluter Verfechter davon, meine Systeme selbst aus den Quellen zu bauen. Ob mein aktuelles Setup mit TVHeadend (direkt von GitHub kompiliert) oder mein zweites großes Projekt – eine CNC-Fräsmaschine auf Basis von LinuxCNC (ebenfalls komplett aus dem Source aufgebaut) – ich liebe es einfach, die volle Kontrolle über den Code zu haben.
Trotzdem bleibe ich beim VDR immer wieder an einem Punkt hängen, der mich grübeln lässt. Ich finde den VDR an sich fantastisch: Die Haptik, die Reaktionsgeschwindigkeit und dieses "echte" Receiver-Gefühl sind bis heute ungeschlagen.
Aber jetzt kommt mein "Warum":
Wenn man den VDR-Core heute pur aus den Sourcen baut, landet man in einer regelrechten Patch-Odysee. Man sucht sich Core-Patches aus Forenthreads zusammen, flickt Plugins manuell für Dinge wie Kodi oder MPV ein und stellt fest, dass viele wichtige Entwicklungen nie den Weg in den offiziellen Core finden. Man verbringt gefühlt mehr Zeit mit dem Mergen und Suchen als mit allem anderen.
Bevor der (sicher gut gemeinte) Rat kommt: "Nimm doch eine fertige Distribution wie yaVDR oder MLD" – genau das ist nicht mein Ziel. Ich baue gerne selbst, um das System zu verstehen.
Deshalb meine ganz ehrliche Frage an die Community:
Wieso tut man sich dieses "Patch-Gefriemel" heute noch an? Was ist für euch der Grund, warum der Core so konservativ bleibt und man diese Hürden beim Selbstbauen beibehält? Ist es die pure Stabilität eines "Never change a running system" oder gibt es architektonische Gründe, die ich übersehe?
Ich frage das aus echtem Interesse an der Philosophie, weil ich den VDR eigentlich gerne wieder zu meinem Hauptprojekt machen würde, aber an dieser speziellen Hürde immer wieder hängen bleibe.
Beste Grüße,
Andre