Hallo zusammen,
in SAT>IP in einer VM habe ich meinen Versuch beschrieben, den VDR mit SAT>IP an den Start zu bekommen.
Das hat am Ende zu einem Raspberry Pi mit SSD geführt.
Jetzt ist so eine an einem Pi4B angeschlossene SSD nicht wirklich schick.
Deshalb habe ich uns ein Pi5-Set mit NVMe-Hat und Metallgehäuse gegönnt.
Der kam mit 4 GB RAM und einer 64er SD-Karte.
4 GB deshalb, weil das die Menge ist, die ich auch allen Linux-VM's in der Diskstation gönne und bisher gut damit hingekommen bin.
Noch weniger geht zwar auch, aber dann wird es knapp mit https://forum-raspberrypi.de/forum/thread/4…gen-bezgl-logs/ zur Schonung der SD-Karte.
Diese ist mit 64 GB reichlich überdimensioniert, aber weniger gab es gerade nicht.
In den/die/das Hat habe ich zum Testen erstmal eine kleine M2 geschraubt, die ich aber inzwischen durch eine SNV3S2000G mit 2 TB ersetzt habe.
Muss die Diskstation halt mit 1 TB /volume2 auskommen - die reichen auch.
Unser aktueller VDR-Bolide auf PC-Basis läuft unter Debian 12 und hat als Plugins lediglich remote, satip und streamdev-server zusätzlich dabei.
Die Aufnahmen programmiere ich mit vdradmin-am.
Das hat all die Jahre gut funktioniert - deshalb sollte der vdr-pi5 auch so aussehen.
Und alles sollte sich mit apt installieren lassen ohne die Notwendigkeit von make.
Mein erster Versuch mit Debian 13 aka Trixie ist dann damit geendet, dass es (zur Zeit zumindest) wohl kein Paket für vdr-plugin-remote mehr gibt.
Also erstmal wieder Debian 12 Bookworm.
Der lief im Prinzip auch nahezu sofort wie gewünscht - nahezu.
Erste Baustelle: acpiwakeup
Jetzt braucht so ein Pi 5 mit einer SSD ja sehr wenig Strom - etwa 3 bis 5 Watt je nachdem, was er gerade zu tun hat.
Da könnte man ihn ja glatt ohne schlechtes Gewissen einfach durchlaufen lassen.
Nur muss dann auch der SAT>IP-Server unter dem Dach durchlaufen - und der genehmigt sich permanent 10 Watt aus der Steckdose.
Und das wiederum ist mir viel zu viel für 24/7.
Also gab es 3 Aufgaben: shutdown, wakeup automatisch und wakeup manuell
Für den shutdown braucht man root-Rechte und die hat vdr erstmal nicht.
Eine Lösung ist, vdr zu den sudoers hinzuzufügen und den shutdown auch ohne Kennwort zuzulassen.
Das funktioniert, ist aber natürlich nicht im Sinne der Erfinder.
Also geht das bei uns auf die ganz alte Art und Weise.
In der /etc/default/vdr steht SHUTDOWNCMD="/usr/bin/touch /tmp/shutdown" und ein cron-Job schaut alle paar Minuten nach, ob es die Datei gibt und macht dann als root den shutdown.
Der automatische wakup hat auch nicht direkt funktioniert.
Dazu muss man mit einem (sudo -E) rpi-eeprom-config --edit zwei Einträge in die Konfiguration bekommen:
POWER_OFF_ON_HALT=1
WAKE_ON_GPIO=0
Damit wacht der Pi dann auch zu der in /sys/class/rtc/rtc0/wakealarm eingestellten Zeit wieder auf.
Ansehen lässt sich die übrigens mit cat /proc/driver/rtc.
Um einen Pi 5 manuell einzuschalten, hat er auch einen Power-Knopf.
Das ist zwar nett, aber ich möchte den eigentlich auch aus der Ferne anmachen können.
WOL hat so ein Pi nicht, also muss eine andere Lösung her.
Ich schalte den SAT>IP-Server ja sowieso schon über einen Shelly PlugS per mqtt ein und aus.
Also hängt unser vdr-pi5 auch an einem PlugS mit mqtt-Ansteuerung.
BTW: Man darf den Strom nach dem aus- übrigens nicht sofort wieder einschalten.
Der Pi 5 geht erst nach gut einer halben Minute tatsächlich ganz aus und dann beim Anlegen der Stromversorgung wieder an.
Zweite Baustelle: backup
Wir sichern unseren Pi4B per cron-Job mit https://raspibackup.linux-tips-and-tricks.de/de/home-deutsch/
Jetzt ist cron bei einem VDR - der nur dann an ist, wenn er gebraucht wird - keine so gute Idee.
Aber ich habe ja sowieso schon für den Shutdown ein unter root laufendes Skript.
Da kommt der Aufruf von raspiBackupNfsWrapper.sh mit rein - wenn das letzte Backup einen Monat alt ist.
Ein Testlauf mit Backup auf ein NFS-Share in der Diskstation plus Restore auf eine 32er SD-Karte hat dann allerdings erstmal nicht funktioniert.
Backup und Restore sind zwar durchgelaufen, aber vdradmin-am wollte danach nicht mehr starten.
Eine Überprüfung hat dann erbracht, dass sich der vdradmin-am zwar starten, aber nicht wieder stoppen liess.
Das liegt am Ende daran, dass die /var/run/vdradmin-am/vdradmin.pid vdradmin-am gehört, der serviced beim stop aber meckert, wenn sie nicht root gehört.
Im normalen Betrieb merkt man das nicht, weil der vdradmin-am bei 24/7 auch durchläuft und ansonsten der Pi ja unmitellbar nach dem stop abgeschaltet wird.
Meine Versuche mit einer service-Datei für den vdradmin-am habe ich nach einigen erfolglosen Stunden abgebrochen.
Jetzt steht in der /etc/init.d/vdradmin-am vor dem start-stop-daemon --stop ein chown root:root $PIDFILE und es gibt kein Meckern mehr.
Perspektivisch könnte der Pi 5 damit nicht nur den VDR-PC ablösen, sondern auch den Pi4B.
Dann muss zum Stromsparen halt vdr(admin-am).service gestoppt und mit at wieder gestartet werden.
Das Auschalten des Shelly vor dem SAT>IP-Server funktioniert sowieso schon über eine Prüfung per netcat -zv 6419, ob da ein vdr ist und nicht über ping.
Aber es hat auch einen gewissen Charme, 2 PI's laufen zu haben, falls einer doch mal mit dem Tod der SD-Karte ausfällt.
Gruß
Claus
Aktueller Spoiler: https://www.aktion-deutschland-hilft.de/wdr2-weihnachtswunder