Wie Kühlkörper aufkleben?

  • Mein Grafikkartenkühlkörper hat den Frühjahrsputz mit dem Staubsauger nicht überlebt... ;) Leider ist mein Wärmeleitkleber eingetrocknet. Sonntags gibts natürlich auch nirgends welchen zu kaufen (zumindest hatte mein Bäcker gerade keinen da..). Hat jemand Erfahrung damit, einfach den Kühlkörper mit Uhu/Pattex/Kaugummi wieder aufzubappen? Ist die Wärmeleitfähigkeit wesentlich schlechter?

    Gib einem Mann Feuer und er hat es warm für einen Tag, zünde ihn an und er hat es warm für den Rest seines Lebens. :burn1

  • Einfache Antwort: Ja.


    Grüz
    Hibbelharry

    - HTPC mit zerbasteltem Yavdr 0.6 , Origen ae X15e, MCE Remote, Asus P5N7A-VM, 1x Digibit R1, Kodi und vdr an Pana 46PZ85E
    - Diverse HTPCs im Umfeld bei Familie und Freundenm die sich vor mir fürchten, mit allen möglichen gruseligen Konfigurationen.
    Auch gern Debian, aber wehe jemand kommt mir mit Suse.

  • Du gibst eine Antwort auf zwei Fragen. Das macht es schwierig, die Antwort zuzuordnen ;) Wäre auch gut zu wissen, wie Du auf dieses "Ja" kommst. :)

    Gib einem Mann Feuer und er hat es warm für einen Tag, zünde ihn an und er hat es warm für den Rest seines Lebens. :burn1

  • also ich hab das immer so gemacht: an den Ecken Sekundenkleber und ansonsten WLP. Hält ganz gut solange der Kühler nicht zu schwer ist.
    Kommt auch drauf an was für ne Karte das ist, meine Vorgehensweise stammt noch aus BGA-Chip Zeiten (Plastikgehäuse). Heute kannst du ja auf den freiliegenden Core WLP und auf den Rahmen Kelber schmieren.


    Ansonsten ist Kleber erheblich schlechter was den Wärmeleitwert angeht.
    Mach mal ein Foto

    VDR-Server: AMD Athlon X2 5200+ ,ASUS M3N78 (Geforce8200), 2x 2GB RAM, 2xTT DVB-C 1501, 3x WD AV-GP 2000GB in RAID5, yaVDR 0.5
    Client 1: Desktop PC, Win7

  • Hi,


    wenn du Zweikomponentenkleber hast, kannst du es auch nehmen.
    Beim Kleben ist die Vorbereitung am wichtigsten.
    Alles muss absolut sauber und fettfrei sein - mit Aceton reinigen z.B.
    Wenn die Klebstoffschicht sehr dünn ist, d.h. idealerweise nur die kl. Unebenheiten ausfüllt
    und die Luft verdrängt, dann ist der höhere Wärmewiderstand des Klebers fast egal.


    Grüße
    Funzt

  • Und schon haben wir Montag und die Läden sind wieder offen ;-)


    Oder "klebt" der Kühlkörper inzwischen?


    Marcus

    My VDRs:

  • ...die Läden sind offen und haben natürlich alle keinen Wärmeleitkleber *fluch*


    Das Teil sitzt jetzt mit WLP in der Mitte und Sekundenkleber am Rand wieder drauf. Werde mal suchen, ob ich noch einen Shooter zum Testen finde. ;)

    Gib einem Mann Feuer und er hat es warm für einen Tag, zünde ihn an und er hat es warm für den Rest seines Lebens. :burn1

  • Hi,

    Quote

    Das Teil sitzt jetzt mit WLP in der Mitte und Sekundenkleber am Rand wieder drauf.


    Du bist aber mutig!
    Die Wahrscheinlichkeit ist m.M. sehr gering, dass das auf Dauer funzt...
    Der Zwischenraum sollte luftfrei und sehr dünn sein.
    Wenn das zutrifft, dann hast du wahrscheinlich kaum mehr Sekundenkleber am Rand. -> nicht optimal Kühler kann wegfliegen.
    Wenn nicht, dann ist die Dicke der Wärmeleitpaste viel zu groß. -> auch schlecht.


    JMTC


    Grüße
    Funzt

  • Ich habe schon einige Kühlkörper mit Silikon (hochwertiges für Modellbau, Elektronik usw. ) aufgeklebt das hat einwandfrei funktioniert.
    Extrem belastete Bauteile wie Prozessoren waren aber noch nicht dabei.

    Gruss
    SHF


  • Sekunden-, Silikon-, 2komponenten-Epoxy-Kleber usw. sind alles Kunststoffe die einerseits gut haften, aber auch nur wie ein Kunststoff die Wärme leiten. Beim Wärmeleitkleber wird bsw. dem Epoxy dann ein Zusatzstoff bsw. Berylliumoxid oder Metalle ( Silber , Kupfer ) beigemischt. Diese sorgen dann im Polymer für die bessere Wärmeleitung.


    Es wird auch öfter beschrieben, das einige Leute einen 2K-Epoxy mit Wärmeleitpaste mischen (vorzugsweise Silber) um so einen Wärmeleitkleber zu bekommen. Ich habe dazu aber weniger Vertrauen, denn man weis nicht genau, inwieweit die Pasteninhaltsstoffe die Polymerisation des Klebstoffes aufheben und ob das auch richtig und lange hält. Für wichtige Sachen würde ich dort keine Experimente machen.


    Gruß Fr@nk

  • Ähh und was spricht gegen kaufen?
    3,33 für Zalman Wärmeleitkleber inkl. Versand in der bucht sind doch OK.
    Habe ich bereits verwendet und funktioniert super.

    Intel NUC6CAYH mit Hauppauge WinTV-dualHD auf EasyVDR 3.5

    Im Vorruhestand: ASUS M3n78-EM, Sempron 140, 2 GB RAM, WD20EARX, DD DuoFlex CT , Atric IR Rev. 4, Pearl Display, Picopsu-150-XT mit Dell DA-1, yaVDR 0.61 am Samsung UE32D5000

  • Quote

    Original von ako400
    Ähh und was spricht gegen kaufen?


    siehe oben:


    Quote

    Original von blackbutterfly
    Leider ist mein Wärmeleitkleber eingetrocknet. Sonntags gibts natürlich auch nirgends welchen zu kaufen (zumindest hatte mein Bäcker gerade keinen da..).


    die Frage ist hier eigentlich, ob und was man ersatzweise nehmen kann, wenn kein richtiger WLK gerade zu bekommen ist.



    Gruß Fr@nk

  • Hi,


    Quote

    dann ist der höhere Wärmewiderstand des Klebers fast egal.


    ...nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil:


    Die Wärmeleitfähigkeit von z.B. UHU Endfest 300 beträgt 0,249 W/mK
    (http://www.uhu-iht.com/produkt…s/tds_plus_endfest300.pdf)


    Laut Tabelle hat Wärmeleitpaste eine Leitfähigkeit von 4-10.


    -> ergibt einen 16 - 40 fach höheren Faktor für die Temperatur bei 2k-Kleber gegenüber Warmeleitpaste.


    Nach der Formel: dT = P * Rth


    Grüße

  • Quote

    Original von Funzt
    Laut Tabelle hat Wärmeleitpaste eine Leitfähigkeit von 4-10.


    Das sind dann aber schon die Top-Pasten.
    "Normale" Silikon-WLP hat so etwa 0,6 W/mK, wenn ich nicht irre.


    Luft 0,0261 W/mK da ist der 2k-Kleber 10x besser, für einfachere Anwendungen sollte das locker reichen.
    Für den DIE eines Prozessors würde ich das aber eher nicht nehmen.

    Gruss
    SHF


  • Quote

    Original von lola
    vielleicht sowas in der Art von "spicy smellow" oder in Mint --> http://www.silenthardware.de/reviews/mis...warmeleitpasten (würde ich aber nicht allzu Ernst nehmen)

    Hihi, echt witzig!


    Wobei die schon irgendwie Recht haben, der Hype der manchmal um die WLPs gemacht wird ist ziemlich übertrieben.
    Die WLP soll ja eigentlich nur in den mikroskopischen Vertiefungen der Oberflächen die Luft verdrängen.
    Wenn die Oberflächen gut sind geht die Dicke der WLP (also das "m") gegen 0.
    Da macht es keinen wesentlichen Unterschied, ob die Paste ein Bischen besser oder schlechter leitet als eine Andere.

    Gruss
    SHF


  • Hi,


    SHF :


    ...das habe ich auch gedacht bis ich gerechnet habe...
    Mach das mal mit z.B. Schichtdicke der WLP von 0.01mm und einer Graka mit z.B. 60W...


    Da kommt es sehr wohl darauf an, ob die Paste 0.6W/mK oder 4-10W/mK hat.


    Grüße
    Funzt

  • Quote

    Original von SHF
    Wenn die Oberflächen gut sind geht die Dicke der WLP (also das "m") gegen 0.


    Dazu passt auch dieser Thread hier --> http://ht4u.net/old/2000/lapping/index.php


    Ich hatte mir mal die Mühe gemacht und einen KK dementsprechend plan geschliffen.


    Gruß Fr@nk

  • die meisten preiswerten Alu-KK haben nur normale Pressqualität. Bei Fischer-Elektronik werden die unter Alu natur-entfettet/roh gehandelt. Manche Alu-KK haben auch noch eine Eloxid-Schicht drauf, die meiner Meinung nach die Wärme schlechter leitet. Auf jeden Fall ist die normale Pressqualität ziemlich uneben. Wenn man einen KK plan geschliffen hat, merkt man es deutlich beim Aufsetzen auf die CPU schon ohne Leitpaste, das der KK dort schon merklich haftet.


    Quote

    Wäre interessant zu wissen, was für eine Rauhigkeit eine "normale" Kühlkörperoberfläche hat und was für eine Dicke "m" für z.B. eine "die"-Fläche von 1cm² daraus resultiert


    ich denke, das kann Dir sicher ein Ansprechpartner von Fischerelektronik genau für Alu/Standard sagen, die sind sehr schnell und kompetent bei E-Mail Anfragen ihrer Produkte. Bei Kupfer wirds bestimmt ähnlich sein


    Gruß Fr@nk