Fernsteuerung eines kodi-Rechners über das Internet

  • Alle Versuche, meinen über 80-jährigen Eltern die Bedienung eines DVD- oder gar Bluray-Players beizubringen sind gescheitert. Sie kommen mit Menüs einfach einfach nicht zurecht. Auch einen Medienplayer kann ich daher vergessen. Auf Dauer wird es mir aber zu anstrengend, jedesmal zu meinen Eltern zu fahren, um ihnen eine DVD einzulegen und zu starten :-)

    Mein neues Projekt ist nun ein Raspi mit kodi, den ich von mir zuhause übers Internet fernsteuern möchte. Die Auswahl des richtigen HDMI-Eingangs am TV werden meine Eltern gerade noch hinkriegen, den Film muss ich dann aber starten - entweder per Konsole über kodi-send oder mit einer Remote-App.

    Mit der Fritzbox bei meinen Eltern kann ich mich bereits übers Internet verbinden. Auch einen User mit VPN-Berechtigung habe ich eingerichtet. Was mir nun noch nicht ganz klar ist: wie erreiche ich es, dass ich von meinem Rechner aus gezielt auf den Raspi im Netzwerk meiner Eltern Zugriff habe? Muss ich eine Portfreigabe machen und eine DynDNS-Adresse für den Raspi einrichten? Oder komme ich mit dieser VPN-Berechtigung weiter? Wie das mit dem VPN-Zugriff läuft ist mir nicht nicht ganz klar. Ich will ja nicht mein ganzes Netzwerk auf die Fritzbox bei meinen Eltern umlegen, sondern mich nur gezielt mit einem einzigen Gerät dort verbinden, während meine eigene Internetverbindung weiterläuft. Geht das überhaupt?

    Vielleicht hat ja jemand so etwas ähnliches schon laufen und kann mich ein wenig in die richtige Bahn lenken.

    ACT-620, Asrock B75 Pro3-M, Intel Core i3-3240, 4 GB DDR3 RAM 1600 MHz, passive Geforce GT1030 von MSI, Sandisk 2TB SSD, 2xWinTV DualHD, Atric-IR-Einschalter. SW: Xubuntu 20.04 auf 64GB Sandisk SSD.

  • Von der Verbindung her laufen die oft per VPN über MyFritz, ein ähnlicher / eigener Dienst wie DynDNS. Hatte das mal vor Jahren gemacht, aktuell hab ich jedoch keinerlei Anwendung dahingehend laufen.

    Gruß utiltiy



    VDR Projekte VDR Projects

  • Wenn das VPN eingerichtet ist - anderes Netzwerksegment (z.B. 192.168.100.xxx, wenn du zu Hause 192.168.2.xxx hast) - dann kannst du, wenn das VPN aktiv ist, den Raspberry mit seiner IP ansprechen, also z.B. 192.168.100.102. Das ist dann quasi ein zweites Netzwerk neben deinem und beide können parallel genutzt werden. Wobei manche Anwendung dann verwirrt ist. Ich habe etwa Thunderbird im Verdacht.


    Aber wenn Menüs so ein Problem für deine Eltern sind: warum schmeißt du den Kodi-Kram nicht runter und nutzt nur den VDR?

    LG
    Jochen


    Rpi4 headless mit MLD 5.4 als Server via satip-Plugin hinter einem Telestar Digibit Twin, ein Rpi3 als Streamdev-Client mit MLD 5.4

    Rpi3 auch hinter Telestar Digibit Twin und mit MLD 5.4

  • ich habe natürlich sämtliche DVDs und Blurays als mkv gerippt und auf einen USB-Stick gepackt, der im Raspi steckt. Ohne Menüs, direkter Start des Hauptfilms mit richtigem Audiostream und ohne überflüssige Untertitel.

    ACT-620, Asrock B75 Pro3-M, Intel Core i3-3240, 4 GB DDR3 RAM 1600 MHz, passive Geforce GT1030 von MSI, Sandisk 2TB SSD, 2xWinTV DualHD, Atric-IR-Einschalter. SW: Xubuntu 20.04 auf 64GB Sandisk SSD.

  • Ich denke, den VDR kann man auch im Jahr 2022 noch dazu bewegen, dass er DVDs beim Einlegen automatisch abspielt.

    Oder irre mich da etwa (Plugin DVD-Player?)?

    MyVDR: yaVDR-Ansible (Ubuntu 18) - softhddevice-openglosd (ffmpeg 2.8) - epgd/epg2vdr - skindesigner estuary4vdr (adaptiert) - 1920x1080@50 Hz | kodi 18 - inputstream + amazon vod
    Aerocube M40 | 300W | ASRock H61M-GE | Intel G530 | Asus ENGT520 | 2 x TT-budget S2-3200 | ASRock Smart Remote (CIR) | 4 GB RAM | 120 GB SSD | 3 TB HDD

  • alles, was das Einlegen einer Disc erfordert, ist schon zu kompliziert. Und bei Kauf-DVDs ist die Navigationsunterstützung unter Linux nicht ausgereift. Nein, mkvs sind schon der richtige Ansatz. Und dafür ist vdr nicht die erste Wahl, zumal auch hier erstmal mehre Tastendrücke notwendig wären.

    ACT-620, Asrock B75 Pro3-M, Intel Core i3-3240, 4 GB DDR3 RAM 1600 MHz, passive Geforce GT1030 von MSI, Sandisk 2TB SSD, 2xWinTV DualHD, Atric-IR-Einschalter. SW: Xubuntu 20.04 auf 64GB Sandisk SSD.

  • Hast du mal über NFC-Tokens nachgedacht? Also ein Token pro Film, am besten mit einem hübschen Cover-Ausdruck und wenn man den vor den NFC-Leser (den man direkt an den Raspberry Pi hängen könnte) hält, wird der zugeordnete Dateipfad abgespielt. Für Kinder ist das für Hörbücher recht populär (z.B. http://phoniebox.de/ als OSS-Ersatz für die proprietäre Toniebox) - für KODI müsste das analog umsetzbar sein - man muss nur die Ansteuerung von mpd gegen eine für KODI austauschen.

    yaVDR-Dokumentation (Ceterum censeo enchiridia esse lectitanda.)

  • alles, was das Einlegen einer Disc erfordert, ist schon zu kompliziert.

    Den Sohnemann anzurufen, dass man jetzt Film xy sehen will, ist unkomplizierter, als eine Taste zu drücken und eine Scheibe einzulegen und die Taste nochmal drücken? Und wenn man mal muss, wird nochmal angerufen, damit Pause gedrückt wird? Ich fürchte dann, wird alles andere auch zu kompliziert.


    Wünsch Dir und deinen Eltern aber trotzdem viel Erfolg!

    Die Leute hier sind ganz schön kreativ ;)


    PS: Du könntest Kodi direkt bei den Filmen starten lassen. Dann müssten sie "nur" zum richtigen Poster navigieren und OK drücken. Und vorher auf Kodi schalten. :whistling:

    MyVDR: yaVDR-Ansible (Ubuntu 18) - softhddevice-openglosd (ffmpeg 2.8) - epgd/epg2vdr - skindesigner estuary4vdr (adaptiert) - 1920x1080@50 Hz | kodi 18 - inputstream + amazon vod
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  • Nur die Fritzbox braucht eine DynDNS Adresse, da gibt es verschiedene Möglichkeiten, wenn der VPN Zugriff schon funktioniert reicht das.

    Wie schon oben gesschrieben sollten verschiedene Subnetze verwendet werden.

    Die offizielle Remote App für Kodi ist OK, du brachst die IP des Kodis und ein Passwort das im Kodi konfiguriert wird

    Dann sollte das vom Smartphone aus funktionieren wenn die VPN Verbindung dort aktiv ist.

    Es ist auch möglich zwei Fritzboxen per VPN zu verbinden, das habe ich noch nicht ausprobiert. Mit Smartphone per VPN von der Arbeit aus den VDR per WOL aufwecken und per VDR Admin konfigurieren habe ich schon gemacht.

  • Das mit dem Netzwerksegment bzw. den Subnetzen habe ich noch nicht verstanden. Meine Fritzbox hat die IPv4-Adresse 192.168.178.1 und der DHCP-Server vergibt Adressen ab 192.168.178.20. Meine Subnetzmaske ist 255.255.255.0. Das dürfte alles AVM-Standard sein.


    Was muss ich denn jetzt bei der Fritzbox meiner Eltern verändern? Und muss ich bezüglich IPv6 noch etwas beachten?

  • Die Subnetzmaske würde ich in beiden Netzwerken so lassen, der dritte Block des Netzwerkssegments (Heimnetz IPv4 Adresse) muss unterschiedlich sein. Da ich schon vor meiner ersten Fritzbox LAN hatte benutze ich das Netz 192.168.0.0. Wenn du das Netzwerk änderst musst du die Fritzbox neu starten und dann alle Clients oder ein DHCP Renew durchführen.


    In deinem LAN werden Netwerkpackete an IPs 192.168.178.x direkt adressiert, über einer Broadcast wird nach der MAC Adresse zu einer IP gefragt und wenn erfolgreich werden die Packete an die MAC geschickt.


    Alle Packete ausserhalb diese Netzwerks werden an das Gateway geschickt, also die Fritzbox. DIe schickt alles ins Internet über NAT ausser die privaten Adressen wie 192.168.x.y oder 10.x.y.z, da die nicht über das Internet geroutet werden.


    Nehmen wir an du stellst das Netz deiner Eltern auf 192.168.0.0 um. Sie haben nur den Kodi Rechner im LAN. der bekommt dann die IP 192.168.0.20.


    Wenn du einen VPN Client auf deinem Rechner/Smartphone mit dem Netz deiner Eltern verbindest bekommst du ein zusätzliches Tunnel Interface mit der IP 192.168.0.z die in der VPN Konfiguration eingestellt wird, du bekommst eine zusätzliche Route in deiner Routingtabelle so das alle Packete an das Netz 192.168.0.x über das Tunnel Interface geroutet werden und damit kannst du alle Geräte in dem Netz erreichen.


    Wenn du die beiden Fritzboxen per VPN koppelst wird das zusätzliche Interface und die Route auf den Fritzboxen angelegt und dann gilt das dann für aller Geräte in beiden Netzwerken, dann kannst du z.B. neue Filme von deinem NAS per Rsync hochladen.


    IPv6 würde ich für den Remote Zugriff ignorieren, das funktioniert mit der aktuellen von AVM eingebauten VPN Lösung noch nicht.

    The post was edited 1 time, last by mauerspecht: Klarstellung das die Subnetzmaske gleich beiben sollte und nur die Heimnetz IPv4 Adresse unterschiedlich. ().

  • Die Subnetzmaske würde ich so lassen, der dritte Block sollte unterschiedlich sein.

    Aber ist das jetzt nicht ein Widerspruch? Auf beiden Boxen ist die Subnetzmaske standardmäßig 255.255.255.0

    Muss ich bei einer etwas ändern, und wenn ja auf welchen Wert konkret? z.B. 255.255.256.0 bei meinen Eltern?

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  • Halt. Die Subnetzmaske ist das 255.255.255.0, mit dem 3. Block war die der Netzwerkadresse (Blocks 1-3 laut Subnetzmaske, 4 sind die Hosts) gemeint. Und der ist ja schon unterschiedlich.

  • Es hat geklappt!

    Für die Nachwelt:

    Ich habe in der Fritzbox bei meinen Eltern in den Netzwerkeinstellungen die IPv4-Adresse der Fritzbox sowie unter "DHCP-Server vergibt IPv4-Adressen" die dritte Stelle von 178 auf eine andere Zahl geändert. Die Einrichtung des VPN-Zugangs auf meinem Xubuntu mit dem gnome-Networkmanager war tricky. Es gibt zwar von AVM eine Anleitung dazu, aber der Speicher-Button blieb ausgegraut. Hier bin ich dann fündig geworden. Man muss auf 'erweitert' klicken, unter "Tunnel interface name" tun0 eintragen und auf 'Apply' klicken. Dann ist der Speciherbutton aber immer noch ausgegraut X(. Man muss nun nochmal 'erweitert' öffnen und erneut auf 'Apply' klicken, erst dann wird der Speicher-Button anwählbar.:wand

    Ein Ping auf den Raspi ist schon erfolgreich, und wenn ich mir jetzt auch den ssh-Usernamen und das Passwort oder zumindest Benutzer + Passwort für das kodi-Web-Interface aufgeschrieben hätte, statt mich auf mein Gedächtnis zu verlassen, käme ich weiter. :/

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  • Der Zugriff per VPN auf den Raspi bei meinen Eltern klappt inzwischen problemlos.

    Solange ich auf meinem Rechner (Xubuntu) im Netzwerkmanager die VPN-Verbindung aktiviert habe, habe ich weiterhin die volle VDSL200-Geschwindigkeit meines eigenen Anschlusses, während ich auf dem Rechner surfe.

    Baue ich hingegen auf dem ipad, dass über den gleichen Router läuft wie der Xubuntu-Rechner, eine VPN-Verbindung auf, dann wird die anscheinend auch für den Datenverkehr ins Internet verwandt. Jedenfalls zeigt mir ein Speedtest im Broser dann sofort die Werte an, die zum DSL-Anschluss meiner Eltern passen. Weiss jemand zufällig, ob man da unter IOS anders einstellen kann? Ich habe den VPN-Zugang auf dem ipad so wie hier beschrieben eingerichtet:

    https://avm.de/service/vpn/tip…ios-zb-iphone-einrichten/

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  • Hier scheint eine Einstellung für "split tunneling" zu fehlen?

  • O.k., anscheinend geht das unter IOS nicht bzw. ist von Apple nicht gewollt. Kann ich mit leben. Alles was länger dauert mache ich sowieso am Desktop-Rechner.

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  • Die Einstellung für Split Tunnel wird typischerweise vom VPN Gateway gepusht, vermutlich hat AVM keine Einstellmöglichkeit dafür vorgesehen. Mit einem Cisco VPN Gateway geht das bei iOS Clients.


    Wenn du dem Netzwerk bei denen Eltern vertraust und zumindest ein Router eine öffentliche IP vom Provider bekommt dann kannst du beide Router mit VPN koppeln. Dann haben aller Geräte in denem Netz Zugriff auf das Netz deiner Eltern und umgekehrt.


    Das habe ich nicht nicht selber gemacht mangels Fritzboxen auf der Gegenseite, aber ein Kollege schon von über 10 Jahre weil er IT Support für seine Eltern leisten wollte ohne hinzufahren. Die Vorraussetzung von unterschiedlichen Subnetzen hast du schon umgesetzt, den Account legst du an der selben Stelle an wie das andere VPN, der Rest steht hoffentlich in der AVM Hilfe.