Minisatip mit NetCeiver für Anfänger?

  • Hallo,


    Ich habe bisher nie mit Minisatip zu tun gehabt. Da ein Bekannter aber einen voll bestückten Netceiver rumfliegen hat, möchte ich versuchen den via Minisatip auf Sat/IP zu "wandeln" um ihn wieder nutzbar zu machen.


    Was ist dabei zu beachten? Wie muss ich mir z.B. die Netceiver-Anbindung vorstellen? Erkennt Minisatip von selbst wie viele Tuner im Netceiver bestückt sind?

    Wie werden die DiSEqC Parameter eingestellt? Macht man das im Minisatip oder wird das wie gehabt im VDR gemacht?


    Wie zuverlässig ist das eigentlich? Hat jemand Minisatip (eventuell sogar mit Netceiver) schon einige Zeit im produktiven Einsatz?

  • Hi,


    generell geht es ohne Probleme auf einem Intel System. So wie ich beim lesen hier im Forum mitbekommen geht es aber

    um den Betrieb auf ein Raspberry-System?

    Quote

    Wie muss ich mir z.B. die Netceiver-Anbindung vorstellen?

    Wie an einem SATIP System, das wird klar wenn man sich mal die Aufruf vom minisatip an sieht


    Bsp.

    Code
    1. OPTIONS="-n eth0.2:6 -w your_vdr-ip:8080 -b 15640 -e 0-2,5"

    -n netceiver: network interface number of pieces <count/Tuner> (Sollte VLAN sein wenn man sein WLAN im gleichen Bereich hat)

    -w http_server[:port]: specify the host and the port where the xml file can be downloaded from (Webseite zur Tunerverwaltung-Übersicht)

    -b X: set the DVR buffer to X KB (default: 5640KB)

    -e enable-adapters list_of_enabled adapters: enable only specified adapter * eg: -e 0-2,5,7 (no spaces between parameters)

    Quote

    Erkennt Minisatip von selbst wie viele Tuner im Netceiver bestückt sind?

    nein, Die Anzahl der Tuner wird beim Aufruf mitgegeben z.B. eth0.2:4 (mit 4 Tunern)


    Quote

    Wie werden die DiSEqC Parameter eingestellt? Macht man das im Minisatip oder wird das wie gehabt im VDR gemacht?

    Die Aufrufkette ist z.B. minisatip --> VDR mit DiSEqC Parameter mit --> SATIP Plugin --> softhddevice Plugin

    Quote

    Hat jemand Minisatip (eventuell sogar mit Netceiver) schon einige Zeit im produktiven Einsatz?

    mit BM2LTS 3.x


    Grüße

    cinfo

    Server mit Tunerstation: NetCeiver, 5x DVB-S2 extern VDR: Intel NUC i5 Coffee Lake, SSD: 128GB, 8GB RAM Software: Ubuntu 18.04, ReelVDR oder VDR-2.4.0 , Kernel: 4.x NAS: CPU Intel Atom 1.8 GHz, 4GB RAM mit 8 TB Speicher Client1-2: Amazon Fire TV - OLED TV: LG OLED55E8

  • Danke erstmal für die Infos.


    Wenn ich deine Befehlszeile so anschaue, dann wäre also für den Anfang das Minimum:


    -n eth1:6 -b 15640


    Unter der Annahme das direkt 0.0.0.0 als IP genommen wird. Aber das kann ich dann ja ausprobieren.


    VLAN werde ich nicht machen. Das ist ja die Idee des Raspberry Pi 4 als "Gateway". Der bekommt als einziges Gerät im ganzen Haus auf einer eigenen LAN-Karte (via USB 3.0 angebunden) den Netceiver und bietet zum LAN dann nurnoch Sat>IP an.


    Interessant, dass DiSEqC dann wieder am "Client" gemacht wird. Das macht die minisatip-Einrichtung ja übersichtlich.


    Was bietet minisatip eigentlich über das Webinterface an, das wohl mitkommt?


    PKGBUILDs für minisatip und libmcli habe ich fertig. Ich lade die aber erst hoch wenn ich weiß das sie zumindest im Groben funktionieren.

  • Scheint zumindest zu starten. Test im Detail dann direkt an der Anlage an der das betrieben werden soll.


    Mit minisatip wird wohl der "API socket" nicht angelegt und ich will jetzt auch nicht an minisatip rumfummeln und dabei riskieren das am Ende garnichts mehr geht.


    Es gab doch einen Daemon für Netceiver der auch den Socket unter /var/tmp angelegt hat. Kann mir hier bitte jemand auf die Sprünge helfen was da zu kompilieren wäre?


    Edit: Hab den Daemon gefunden (mcli), startet aber nicht wenn kein dvbloop geladen ist. So wird das also nix. Einzige Option wäre wirklich minisatip den API-Socket öffnen zu lassen. Wie ist denn die Erfahrung? Brauche ich netcvdiag oder reicht das was minisatip ausgibt?

  • Ich habe ja damals die netceiver Erweiterung für minisatip geschrieben. Ist eine Weile her und ich habe es selber nicht mehr im Betrieb, aber schauen wir mal.


    minisatip sollte eigentlich standalone laufen. Voraussetzung ist, dass der Netceiver schon korrekt konfiguriert wurde und weis welche Sat-Positionen zu empfangen sind. Wenn minisatip mit netceiver kompiliert wurde, sollt es mit libmcli gelinkt sein:


    Code
    1. # ldd minisatip
    2. ...
    3. libmcli.so => /usr/local/lib/libmcli.so (0x00007f801e360000)
    4. ...

    libmcli sollte also installiert sein.


    mit der -n oder --netceiver Option definiert man das VLAN Interface auf welchem der Netceiver auch eingebunden ist. Bei Dir ist das wohl eth1:6. Daher sollte mit tcpdump -i eth1:6 IP6 Packete zu sehen sein.


    Was kriegst Du für Log-Meldugnen von minisatip? Wir der Netceiver detektiert?


    Gruss, Xcocer

    VDR: Zotac ZBOX EN860, 16GB RAM, 2 TB HDD, Debian Stretch, vdr-2.4.1, softhddevice, permashift, satip

  • Ja. Wird detektiert und die Tuner werden wohl auch korrekt erkannt.


    Ich wollte nur sehen ob auch "netcvdiag" nutzbar ist, was wohl nicht geht.


    Werde ich jetzt aber mal nicht weiter verfolgen. Die Status-Info von minisatip sollte ausreichen.


    Testen ob tatsächlich was empfangen wird kann ich erst nächstes Wochenende.


    Ich bin gerade dabei die minisatip-Bridge auf einem Raspberry 4 aufzusetzen. Auf den gleichen Raspberry habe ich auch schon tvheadend installiert. Wenn das klappt wie ich mir das vorstelle soll der Raspberry dann rund um die Uhr laufen und sich um Live-TV und Aufnahmen im Netz kümmern (4TB Platte hängt via USB 3.0 dran).


    Im Haus verteilt werden dann Raspberry-Boards mit libreelec als Clients.

  • Ich habe den Netceiver damals noch mit der Reelbox konfiguriert. Wenn ich mich richtig erinnere ist auf dem Netceiver alles mit config Files definiert. Da kann man auch mit telnet einlogen und manuell rumfummeln...


    Habe leider keine bessere Lösung dafür.

    VDR: Zotac ZBOX EN860, 16GB RAM, 2 TB HDD, Debian Stretch, vdr-2.4.1, softhddevice, permashift, satip

  • Bin fündig geworden. Geht wohl auch mit "netcvupdate". Wundert mich zwar etwas, dass der Netceiver das überhaupt wissen muss (ich dachte er bekommt extern gesagt was er wo tunen soll) aber jetzt weiß ich wenigstens wo ich ggf. hingreifen muss.


    Wirklich testen kann ich erst am Wochenende. Dann würde ich aber nochmal rückmelden wie es gelaufen ist und ein Bild von meinem Aufbau posten. Ich bin selber gespannt wie gut das dann im Alltag läuft. Zumal ich den Server ja auf einem Raspberry 4 haben werde.

  • Der Punkt ist, dass das Satip Protokoll die Satelitenpositionen einfach durchnummeriert. In der sources.conf von VDR definierst Du welche Position welcher Nummer entsprechen soll. Die channels.conf enthält die Position in Grad. Bei mir ist das also

    Code
    1. S13E 2 Eutelsat Hot Bird 13B/13C/13D
    2. S19.2E 1 Astra 1KR/1L/1M/2C

    Position 1 ist Astra auf 19.2E und Position 2 ist Eutelsat auf 13E. Wir ein Sender auf Astra angezappt wir im Satip Protokoll vom vdr-satip-plugin die Position eins gewählt (RTSP Protokoll src=1). Dan weis minisatip dass Du die 1 willst. Der Netceiver will aber wieder die Position in Grad. Ich habe in minisatip/netceiver.c dann folgende fixe Zuordnung definiert:

    Code
    1. int map_pos[] =
    2. { 0, 192, 130, 282, -50}; // Default sat positions: 19.2E, 13E, 28.2E, 5W

    Die 1 ist also fix Astra 1, 2 ist Hot Bird, 3 ist Astra 2 und 4 ist Eutelsat 5.


    Der Netceiver hat dann wiederum konfiguriert wie man von der Postion in Grad auf die Sat Position beim Multiswitch zuordnen soll. Das hängt dann halt davon ab welchen LNB du wo am Multiswitch angeschlossen hast. Da dies der Netceiver nicht wissen kann muss er konfiguriert werden.

    VDR: Zotac ZBOX EN860, 16GB RAM, 2 TB HDD, Debian Stretch, vdr-2.4.1, softhddevice, permashift, satip

  • Ich habe mich jetzt doch mal mit dem Thema "API Socket" befasst:


    https://github.com/VDR4Arch/vd…etceiver-api-socket.patch


    Keine Ahnung ob das unschöne Nebeneffekte hat aber mit dem Patch funktioniert "netcvdiag" und vor allem "netcvupdate" ohne Probleme sobald minisatip läuft. Der minisatip Dienst stellt dabei den nötigen API-Socket ähnlich wie es der mcli Daemon oder das VDR-Plugin gemacht hatten.


    Test steht noch aus. Dieses Wochenende hatte ich keine Zeit. Nächstes ist das aber fest eingeplant. Wenn die API-Socket-Änderung stört, dann muss ich vor Ort nur eine Zeile im PKGBUILD kommentieren und neu bauen. Sollte es aber keinerlei Probleme mit dem Patch geben, dann stelle ich einen Pull-Request dafür ein. Schadet eigentlich nicht wenn das direkt in minisatip landet.


    Für Arch fehlt für sauberes Funktionieren von "netcvupdate" noch:

    https://bugs.archlinux.org/task/63434


    Wenn die das nicht einbauen, dann baue ich tnftp selber und nenne es "tnftp6".


    Code
    1. $ netcvupdate -d enp1s0u2 -F tnftp -A -L
    2. fe80::208:54ff:fe55:1c8b: Firmware versions found: 7
    3. Versions: 000, 81j, 8AV, 9AT, 9CD, A5J, B66 (disabled)


    Ich habe die B66 mal zusätzlich aktiviert. Keine Ahnung warum die inaktiv war.


    Zudem scheint es die "tgz"-Dateien mit den einzelnen Firmwares nirgends mehr zu geben. Schade das nie jemand den RMM SVN nach Github gesichert hat...

  • Der API-Socket Patch funktioniert einwandfrei und ohne Nebenwirkungen. Es war bei der Inbetriebnahme sehr hilfreich neben der minisatip-Ausgabe auch direkt die Log-Meldungen und Status-Meldungen vom Netceiver lesen zu können.


    Etwas merkwürdig ist wie minisatip reagiert wenn das Netzwerk noch nicht da ist. Fehlermeldung und entweder "hängt" oder "Service beendet sich". Mein Service-File muss ich in der Hinsicht noch fixen. Da ich beide LAN-Karten mit networkd initialisiere kann ich dann einfach über das "network-online.target" sicherstellen das beide Karten da sind. Hat auch nach 3 Reboots ohne Probleme funktioniert.


    Installiert ist das auf einem Raspberry Pi 4 der über USB3 sowohl eine zweite LAN-Karte als auch eine Festplatte bekommen hat. Neben minisatip läuft auch tvheadend direkt mit auf diesem Raspberry.