Fragen zu multifeed Satanlage

  • Moin,


    wir planen gerade Kabel auf Sat umzustellen. Dabei kam mir die Idee, ob man direkt mit multifeed mehrere Satelliten abgreifen könnte. Leider habe ich damit noch keine Erfahrungen und mir sind ein paar Fragen gekommen. Ich würde mich freuen, wenn jemand ein paar Erfahrungswerte beisteuern kann. Multifeed an sich mit mehreren LNBs habe ich soweit denke ich verstanden.


    Die Wohnsituation ist ein Mehrgenerationenhaus. Meine Frau und ich gucken im Wesentlichen Aufnahmen vom VDR, während meine Schwiegermutter am liebsten live schaut.


    Zunächst die offensichtliche Frage, welche Satelliten man einfangen möchte. Die Sprachkenntnisse liegen im Bereich Deutsch, Englisch und Französisch. Inhaltlich würden uns unverschlüsselte Sender aus D, A, CH, F, B, L und UK interessieren.


    Standort ist Münster, Westfalen. Hier soll britisches Fernsehen noch gut gehen.


    Astra 19,2° O (Standard / gesetzt)

    Astra 28,2° O (viel britisches)

    Eutelsat 5 West A (viel französisches)


    Oft genannt werden im Netz auch noch


    Hot Bird 13°O (Sah mir nicht so interessant aus, hauptsächlich afrikanische Sender)

    Astra 23,5°O (Wird wegen der Bundestagsübertragungen empfohlen, die gibt's auch im Netz)


    Schweizer und österreichisches Fernsehen ist soweit ich verstanden habe meist verschlüsselt.


    Konkrete Fragen:


    1. Habe ich relevante Satelliten übersehen?

    2. Kann man Eutelsat 5 West hier überhaupt empfangen? Der Fokus scheint mehr auf Nordafrika, Spanien und Frankreich zu liegen. Und falls ja, ist das mit multifeed überhaupt möglich? Der liegt schon weit abseits der Astra.

    3. Einspeisung: Am liebsten würde ich den VDR als Sat2IP-Server nutzen, habe aber Bedenken wegen der Verfügbarkeit. Ich baue auch ganz gerne mal am Server rum, daher überlege ich Sat2IP in ein Hardwaregerät oder einen separaten Server zu stecken. Gibt es preislich akzeptable Fertiglösungen? Oder empfiehlt sich ein sparsamer Linuxserver nach dem Motto never touch a running system? Erstere würde weniger Strom brauchen, letztere wäre vermutlich billiger oder zumindest flexibler, insbesondere mit Multifeed.


    Theoretisch könnte auch ein Sat-Kabel zum Fernseher der Schwiegermama gelegt werden, aber Sat2IP wäre einfacher und denke ich auch zukunftsfähiger. Evtl. kann man auch eine Kombilösung fahren: Fertiger Sat2IP-Server für Astra 19,2 und die anderen nur über einen VDR. Dann spart man sich aufwändige Multiswitchlösungen.


    Was mir vorschweben würde wären vllt. acht Tuner, vier für Astra 19,2 und je zwei für die anderen beiden Satelliten. Ich denke, das sollte für einen 3,5-Personenhaushalt reichen. Erweitern kann man ja immer noch.


    Viele Grüße
    Matthias

    [VDR1] AS J3455M mit 2x2 Device Bonding Digital Devices DuoFlex L4M-Twin S2 ver. 6.2, Ubuntu 14.04 64bit mit yavdr-experimental-repo und xine-Ausgabe mit vaapi, vdr 2.0.6
    [VDR2] ASRock N3050B-ITX SoC mit TBS 6281 2x DVB-C und Easyvdr als Komplettsystem mit einer X10 an einem Fernseher

  • Hallo Matthias,


    gerne möchte ich deine Fragen beantworten!


    Zu Punkt 1:

    Die wichtigsten Satpostionen hast du schon genannt!

    Astra 19,2° Ost als Standard und Astra 28,2° Ost als zweite Position.


    Eine Multifeedlösung zwischen den beiden Positionen ist wegen dem Abstand schon etwas grenzwertig,

    aber mit einem großen Spiegel ab 90 cm wäre dies noch machbar.


    Den Spiegel würde ich auf Astra 28,2° Ost ausrichten und Astra 19,2° Ost schielen lassen.

    Was auch möglich wäre, beide Satpositionen schielend zu empfangen.


    Alternativ könnte man auch zwei einzelne Satantennen mit einem Durchmesser von 75 bis 90 cm verwenden.


    Auf Hotbird 13,0° Ost ist eine große Mischung von Sprachen zu empfangen, hauptsächlich italienisch, arabisch und polnisch.

    Eine Multifeedlösung mit Astra 19,2° Ost wäre hier einfacher umzusetzen.


    Die Positionen Astra 23,5° Ost und Eutelsat 5,0° West würden sich wegen den wenigen Sendern nicht wirklich lohnen.

    Auf 23,5° Ost wurde letztes Jahr das Bundestag-Fernsehen abgeschaltet und die meisten Sender sind verschlüsselt.

    Auf 5,0° West senden viele Sender als Multistream, was der VDR leider nicht empfangen kann.

    Mit entsprechenden Satkarten und Software am PC wären die Sender aber empfangbar.


    Zu Punkt 2:

    Von Eutelsat 5,0° West ist der Wide-Beam und Super-Beam in Deutschland mit einer Satantenne von 60 cm problemlos empfangbar.

    Für den NW Africa-Beam wäre eine 90 bis 100 cm große Satantenne empfehlenswert. Für das C-Band braucht es Satantennen ab 150 bis 200 cm.


    Zu Punkt 3:

    Um der besten Lösung ein wenig näher zu kommen, wie sieht die bestehende Infrastruktur und Verkabelung aus?

    • Wie sind die jetzigen Koaxialkabel verlegt, sternförmig oder baumförmig?
    • Liegen schon Netzwerkkabel?
    • Gibt es schon einen geplante Stelle, wo die Koaxialkabel und Netzwerkkabel zusammen kommen?


    Von jedem LNB würde je nach Variante (Quattro-LNB oder Wideband-LNB) vier oder zwei Kabel zum Multischalter kommen.

    Wäre auch eine Einkabelanlage denkbar? Dies hätte den Vorteil, dass man Kabel einsparen könnte und eventuell die vorhanden Koaxialkabel weiter verwenden könnte. Bei einer Einkabelanlage könnte man mit eine DD Max S8 mit Acht Tuner über ein Kabel versorgen.


    So könnte man den VDR als Sat2IP-Server einsetzen und die entsprechenden Clients versorgen.


    Technisch würde ich zweigleisig mit Koxialkabel und Netzwerkkabel zu den einzelnen Clients fahren.

    Bei Einsatz eines Einkabel-Multischalter mit mehr als 8 Userbänder würde über das Koxialkabel noch ein paar Userbänder für die lokalen Satempfänder zur Vefügung stehen.


    Bei einer klassischen Satverteilung bräuchte dann jeder Tuner ein eigenes Satkabel.


    Hier noch ein paar Links zur Info, falls noch nicht bekannt:


    https://www.lyngsat.com/

    http://satellitenempfang.info/britische_sender.html


    Bei Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung!


    Schöne Grüße


    Christian

  • Hallo Christian,

    danke für deinen ausführlichen Beitrag!

    Den Spiegel würde ich auf Astra 28,2° Ost ausrichten und Astra 19,2° Ost schielen lassen.

    Warum das? Ist der 28er schwächer, sodass man den zentraler einfangen sollte? Astra 19,2°O ist der primäre, daher hätte ich intuitiv die Schüssel auf diesen ausgerichtet um dort auch bei schlechtem Wetter den besten Empfang zu haben.

    Auf Hotbird 13,0° Ost ist eine große Mischung von Sprachen zu empfangen, hauptsächlich italienisch, arabisch und polnisch.

    Spricht hier im Hause niemand. Daher hatte ich den aussortiert.

    Auf 5,0° West senden viele Sender als Multistream, was der VDR leider nicht empfangen kann.

    Die Technik kannte ich bisher nicht, kurz angelesen. Sieht nach einer reinen Codierung des Streams aus, also nichts, was der VDR nicht noch „lernen“ könnte. Aber wenn du oben schreibst, dass die zehn Grad zwischen Astra 19 und 28 schon kritisch sind. Sind die 19+5=24 Grad zu 5°W vermutlich ohnehin nicht möglich.

    Zwei Satellitenschüssen sind ausgeschlossen. So viel sehen wir nicht, als dass sich das lohnen würde. Kriege ich auch nicht durch die Eigentümerversammlung, da meine Frau und Schwiegermama da vermutlich dagegen stimmen würden 😉.

    Zur Verkabelung:

    Vermutlich baumförmig, weil das Haus von Anfang an Kabel hatte, nie Satellit. Es ist von den Vorbesitzern auch viel angeflanscht worden. Teilweise hängen Dosen an anderen Dosen indem man einfach ein Kabel in die vorherige Dose gesteckt hat. Das könnte man dann noch gerade ziehen.

    Aber, mir ist beim durchlesen meines ursprünglichen Beitrags aufgefallen, dass ich die Anforderungen nicht klar genug beschrieben habe: Wir müssen nur einen klassischen Fernseher anbinden. Meine Frau und ich gucken schon seit Jahren dank VDR nur noch am Laptop. Das hat den Vorteil, dass man immer da sehen kann, wo man gerade möchte. Wir haben auch keinen klassischen Fernseher.

    Es gab aber wohl auf dem Dach mal eine inzwischen abgebaute terrestrische Antenne, es führen Kabel nach unten in den Keller. Und Unitymedia hat beim Einzug für den bestehenden Vertrag relativ rücksichtlos einfach ein neues Kabel vom Hausanschluss quer durch den Keller und die Decke zum Erdgeschoss zum Fernseher dort gelegt (und damit alle übrigen Dosen im Haus abgeklemmt, obwohl da eine Dose war, weil sie zu faul waren, sich die Verkabelung anzusehen). Ansonsten hat(te) bis dahin fast jeder Raum einen Kabelanschluss, in jeder Etage eigentlich 2-3 Räume. Da noch oben aber nur ein Kabel führt, ist eine Baumverteilung stark anzunehmen. Man könnte also die alte Verkabelung vom Dachboden mit dem neuen Kabel zusammenpatchen und hätte dann ein durchgehendes Kabel zum Fernseher.

    Netzwerk habe ich selbst gelegt. In jeder Etage gibt es Netzwerk und somit gutes WLAN. Den einen Fernseher von dem ich sprach, würde ich aber lieber per Kabel (Sat oder Ethernet) anbinden, damit das Fernsehen nicht stockt, wenn der Schwiegersohn (=ich) mal größere Datenmengen per WLAN verschiebt.

    Wenn ich so darüber nachdenke, ist es vermutlich doch besser, den Fernseher per Sat-Kabel zu versorgen, das birgt mehr Ausfallsicherheit. Und wenn irgendwann doch mal Youtube auf dem Fernseher gefragt ist, kann man immer noch Ethernet dorthin legen oder dies per WLAN tun.

    Meine Hauptbedenken gegen Sat>IP sind, dass wenn ich mal wieder an meinem NAS/VDR-Server bastle, dass es im Haus kein Fernsehen gibt. Das hat schon früher bei meiner Frau für Unmut gesorgt. Und das wird bei noch einer Bewohnerin mehr nicht einfacher. Oder halt einen Sat>IP-Server in Hardware, der relativ unabhängig werkelt. Da könnte man dann vermutlich pro Satellit einen separten nehmen. Das ist vermutlich günstiger, als einen zu kaufen oder bauen, der mit dem Umschalten zwischen den Satelliten klar kommt. Von wie vielen IPs das Signal kommt, sollte ja egal sein.

    Soweit ich es hier im Forum gelesen habe, bietet der VDR auch noch kein Sat>IP an, d. h. man müsste noch eine andere Software vorschalten. Nur einen normalen Streamingdienst.

    Fragen:

    Wie würde ich denn bei Multifeed mit zwei Satelliten das anbinden? Kann ein normaler Samsung Fernseher das direkt verarbeiten oder bräuchte man da einen Receiver, der zwischen mehreren Satelliten umschalten kann? Das würde den Aufwand auch wieder erhöhen.

    Wie oben angesprochen, die Bestätigung, dass man 5°W Eutelsat ohnehin nicht mit derselben Antenne wie Astra 19,2°O empfangen kann. Damit wäre der raus, weil wir nur eine Sat-Schüssel wollen.

    Viele Grüße
    Matthias

    [VDR1] AS J3455M mit 2x2 Device Bonding Digital Devices DuoFlex L4M-Twin S2 ver. 6.2, Ubuntu 14.04 64bit mit yavdr-experimental-repo und xine-Ausgabe mit vaapi, vdr 2.0.6
    [VDR2] ASRock N3050B-ITX SoC mit TBS 6281 2x DVB-C und Easyvdr als Komplettsystem mit einer X10 an einem Fernseher

  • Hi,


    zu 1) du hast die Lage richtig erkannt.

    zu 2)

    Wenn die der Empfang von TF1, France2-3 etc (HD) auf 5°West wichtig ist:

    2.1 Du wirst nicht umhin kommen, deine Empfangsverhältnisse in Münster zu testen, falls hier nicht jemand aus deiner Nähe Erfahrung hat.

    Multifeed ist wie erwähnt die Lösung. Viele Antennen gibt es nicht am Markt, also Maximum Multifocus T85, Visio Bigsat oder Wavefrontier T90.

    Du wirst evtl. Kompromisse eingehen müssen zwischen 28,2°Ost und 5°West bzgl. Schlechtwetterreserve, britische Sender nur SD anstatt HD, s. 2.1.

    Innerhalb dieses Kompromisses richtest du die Schielung der Antenne aus.

    Für 5°West brauchst du eine MIS taugliche Tunerkarte, z.B. DD Cine 7A bzw. Flex etc, TBS DVB-S2X etc oder einen DVB-S2X Enigma2 Receiver.

    zu 3)

    Obwohl ich keine Erfahrung mit diesen Fertig-Receivern habe, empfehle ich dir dringend zunächst diesen Weg, s 2.1. Wohl auch als Server nutzbar mit Kodi-Clients über LAN.

    Für einen späteren Server empfehle ich dir TVHeadend, für VDR wirst du nur mit Mühe die MIS Sender händisch in die Kanalliste einpflegen können.

    Als Client VDR über SAT->IP oder Kodi über LAN.

    Den Fertig-Receiver erhält dann deine Schwiegermama als separate Lösung.


    Pino

  • Moin pino,


    danke für die Tipps.


    Bzgl. 5°W hab ich mich wohl irgendwie vertan: Da gibt es kaum noch französische Sender. Wenn ich mir diese Übersicht ansehe, gibt es wohl nur noch TF1 auf 33°O unverschlüsselt. Alles andere wird wohl verschlüsselt. TF2-4 scheint es gar nicht mehr unverschlüsselt zu geben. Für einen Sender würde ich jetzt nicht ein weiteres LNB kaufen. Überhaupt scheinen mir die französischen Sender viel stärker über die verschiedenen Satelliten verteilt zu sein.


    Wird dann wohl nur 19,2°O und 28,2°O. Dann fällt auch der kompliziertere Sat-Standard auf 5°W weg.


    Wie würde ich denn den Fernseher anbinden?


    Für ein Gerät jetzt DiSEqC zu kaufen, wirkt recht aufwändig und teuer. Daher hatte ich überlegt alles per Sat>IP zu machen und einfach pro Satellit 2-4 fest zugeteilte Tuner zu haben. Konkret überlege ich vier für 19,2°O und zwei für 28,2°O.


    Oder sind Multiswitche mit DiSEqC nicht teuer. Hätte da noch gar keinen Plan, was ich brauche. Hat jemand eine Beispielkonfiguration?


    Viele Grüße
    Matthias

    [VDR1] AS J3455M mit 2x2 Device Bonding Digital Devices DuoFlex L4M-Twin S2 ver. 6.2, Ubuntu 14.04 64bit mit yavdr-experimental-repo und xine-Ausgabe mit vaapi, vdr 2.0.6
    [VDR2] ASRock N3050B-ITX SoC mit TBS 6281 2x DVB-C und Easyvdr als Komplettsystem mit einer X10 an einem Fernseher

  • Warum das? Ist der 28er schwächer, sodass man den zentraler einfangen sollte? Astra 19,2°O ist der primäre, daher hätte ich intuitiv die Schüssel auf diesen ausgerichtet um dort auch bei schlechtem Wetter den besten Empfang zu haben.

    Auf 28,2° Ost kommt der UK-Spotbeam zum Einsatz.

    Dies bedeutet, dass die jeweiligen Transponder/Sender ihre Ausleuchtzone auf die Britischen Inseln haben.


    In Deutschland können die Sender je nach Standort ab 60 bis 150 cm empfangen werden, Münster liegt in der 60 cm-Zone.

    Beim UK-Spotbeam gibt eine tageszeitliche Schwankung der Signalstärke.

    Um diese Schwankung auszugleichen und eine Schlechtwetterreserve zu haben, empfiehlt es sich einen größeren Parapolspiegel zu nehmen.

    Eine Parapolantenne hat einen Hauptbrennpunkt, indem die Signale optimal empfangen werden.

    Neben dem Hauptbrennpunkt gibt es noch die Nebenbrennpunkte, diese werden aber schwächer empfangen.

    Deshalb ist es empfehlenswert, die Antenne auf den schwächeren Satelliten auszurichten.


    Die Technik kannte ich bisher nicht, kurz angelesen. Sieht nach einer reinen Codierung des Streams aus, also nichts, was der VDR nicht noch „lernen“ könnte. Aber wenn du oben schreibst, dass die zehn Grad zwischen Astra 19 und 28 schon kritisch sind. Sind die 19+5=24 Grad zu 5°W vermutlich ohnehin nicht möglich.

    Zwei Satellitenschüssen sind ausgeschlossen. So viel sehen wir nicht, als dass sich das lohnen würde. Kriege ich auch nicht durch die Eigentümerversammlung, da meine Frau und Schwiegermama da vermutlich dagegen stimmen würden 😉.

    Die Multistream sind u.a für die professionelle Zuführung von DVB-T-Standorten im Ausland

    und somit nicht für den normalen Empfang gedacht.


    Es gibt aber wie schon angedeutet, Satkarten die diese Stream unterstützen, vorausgesetzt die Software unterstützt es auch.

    Ob beim VDR eine Entwicklung in diese Richtung angedacht ist, kann man hier im Forum mal anfragen.


    pino hat ein paar Satantennen genannt, die auch einen breiteren Empfangswinkel zulassen.

    Ich habe mir mal die entsprechenden Empfangswinkel heraus gesucht:


    Wavefrontier T90 Empfangswinkel: ± 25°

    Multibeam Maximum T85 Empfangswinkel: ± 24°

    Visio Bigsat Empfangswinkel: ± 20°


    Da die sich Orbitalpositionen auf den Äquator beziehen, muss man für den Empfangsort die wahre geographische Nordrichtung ermitteln.

    Zum Beispiel auf https://satlex.de/de/azel_calc.html


    Abstände der Satellitenpositionen in Münster:


    28,2° Ost: 154.52°

    Abstand: 10,91°

    19,2°Ost: 165.43°

    Abstand: 30,45°

    5,0° West: 195.88°


    Wie man sieht, haben wir zwischen 28,2° Ost und 5,0° West einen Abstand von 41,36°

    Somit würden nur noch die Wavefrontier T90 und Multibeam Maximum T85 als Satantennen in Frage kommen.


    Zur Verkabelung:

    Vermutlich baumförmig, weil das Haus von Anfang an Kabel hatte, nie Satellit. Es ist von den Vorbesitzern auch viel angeflanscht worden. Teilweise hängen Dosen an anderen Dosen indem man einfach ein Kabel in die vorherige Dose gesteckt hat. Das könnte man dann noch gerade ziehen.

    Ein zusammenschustern von alten bestehenden Leitungen würde ich nicht empfehlen!

    Eine Fachkraft kann eventuell abschätzen, welche Leitungen zur Signalverteilung noch nutzbar sind.


    Deshalb würde ich Dir empfehlen, den nachfolgenden Abschnitt abzuarbeiten:



    Um eine gute Anlagenplanung umzusetzen, wäre es hilfreich eine Anlagenskizze von der jetzigen Verkabelung (Koaxkabel und LAN) und vom zukünftigen Aufbau anzufertigen.


    Bitte folgende Punkte beachten:

    • Wieviele Satpositionen sollen definitiv empfangen werden?
    • Sollen diese an allen Empfängern verfügbar sein?
    • Wo soll die Satantenne montiert werden (Dach oder Hauswand)
    • Wo soll die Satverteilung sein? (Keller oder Dachboden)
    • Wo ist die zentrale Netzwerkverteilung?
    • Wo soll der VDR-Server oder SAT>IP-Server stehen?
    • Welches Übertragungsprotokoll soll definitiv verwendet werden? Streamdev-plugin oder SAT>IP
    • Wie viele Netzwerkstream sollen verfügar sein?
    • Wie sollen die VDRs in deiner Signatur eingesetzt werden?
    • Was für Anschlussmöglichkeiten hat der Fernseher der Schwiegermutter? Modellbezeichnung? Sattuner vorhanden?


    Wenn die o.g. Punkte beantwortet sind, kann man die Anlage entsprechend ausarbeiten und die einzusetzenden Komponenten dimensionieren.


    Was ich mir vorstellen könnte, wäre ein 9/8 (6)-Multischalter der den Fernseher der Schwiegermutter klassisch über Satkabel anbindet.

    Der VDR-Server würde dann je nach Anzahl der Tuner bis zu 4 Leitungen belegen.

    Die Clients können sich dann per Streamdev-plugin die Programme streamen lassen.

    Optional wäre auch ein Einkabelsystem denkbar, um auch die vorhandenen Anschlussdosen zu versorgen.


    Aber dazu mehr, wenn die Anlagenskizze vorliegt!


    gibt es wohl nur noch TF1 auf 33°O unverschlüsselt.

    Der Transponder sendet in der Übertragungsnorm DVB-S2X!

    Satkarten gibt es hierfür auch, aber hier ist wieder die Frage der Unterstützung durch die Software!


    Bei Fragen stehe ich Dir gerne zur Verfügung!


    Schöne Grüße


    Christian

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von c.h. ()

  • Mahlzeit Matthias,


    du bist im falschen Reiter -> satexpat.com/mis/

    Alle französischen 'Hauptsender' (ebenso wie die italienischen, welche per 'SuperBeam' leichter empfangbar sind) sind über 5°West mit ein wenig Aufwand in HD über MIS frei empfangbar.

    Wie oben erwähnt wird dein Wohnort wegen Footprint einen (für 5°West kleinen) Einfluss haben.

    Ich selbst wohne in der Nähe von Stuttgart und habe mit einer Maximum T85 für 5°West keine Probleme, je nach Tages- und Jahreszeit wohl aber mit 28,2°Ost, das sollte bei dir aber weniger der Fall sein.


    Bzgl. Konfiguration kann dir nicht helfen, da ich nur 2 Tuner habe. Diese sind über 2 Diseqc 4-1 Schalter an die Twin LNBs der 3 bzw. 4 Satelliten angeschlossen. Also klassisch und bewährt.

    Die Tuner werden je nach Anforderung den Satelliten bzw. Transpondern dynamisch zugewiesen. Ich möchte behaupten, dass für 3-5 Personen 4 Tuner ausreichend sind. Das mag man aber auch anders sehen.


    Pino

  • Also 19.2°+28.2° ist zumindest hier im Raum Saarbrücken mit ner normalen 80cm-Schüssel (in meinem Falle von Gibertini, aber eigentlich sollte es jede einigermaßen vernünftige Schüssel tun) als Multifeed kein Problem, egal welchen der beiden Astras man schielen lässt. Laut der Karte von Andreas Beitinger liegt Münster für den Astra 2 etwas ungünstiger als Saarbrücken, aber auch noch im 60cm-Bereich. Da müsste man dann ausprobieren, ob das Signal noch genügend Regenreserve hat, wenn man schielen lässt. Oder halt (auch wenn es vom Ausrichten schwieriger ist) die Schüssel erstmal auf nen Satelliten zwischen 19.2° und 28.2° ausrichten, und dann beide schielen lassen. Oder auf 28.2° ausrichten und den 19.2° schielen lassen (der hat dann zwar etwas weniger Regenreserve, aber meiner Meinung nach ist das bei genauer Ausrichtung verschmerzbar). Das sind die Optionen.


    Französisches Fernsehen kann ich hier bei uns über DVB-T unverschlüsselt empfangen, daher hab ich mich mit dem Satellitenempfang dafür nicht so im Detail befasst. Ich glaube aber, mich zu erinnern, dass die auch über den Astra1 senden, aber man dafür einen speziellen Receiver (mit spezieller Karte) braucht, den man in Frankreich kaufen kann/muss (ob man dafür nen Wohnsitz dort angeben muss, bin ich mir nicht sicher). Mit VDR wird das vermutlich aber eher nix mit dem Empfang.

    VDR 1: Linux Mint 18.1 mit VDR 2.2.0 und Ausgabe auf X11 (Radeon HD6450) via softhddevice/vdpau. DVB-Karte: DVBSky T9580V3
    VDR 2: Ausgabe auf X11 (Intel i5 Kaby Lake) via softhddevice/vaapi, sonst wie VDR 1

  • Danke für die Berechnungen! Das hat mir sehr geholfen. Ich denke, ich werde eine Multibeam Maximum T85 nehmen. Die ist recht günstig.

    Bitte folgende Punkte beachten:

    • Wieviele Satpositionen sollen definitiv empfangen werden?

    Drei: 19,2°O, 28,2°O und 5°W.

    • Sollen diese an allen Empfängern verfügbar sein?

    19,2 und 28,2°O überall. 5°W reicht digital bzw. als Stream irgendwie.

    • Wo soll die Satantenne montiert werden (Dach oder Hauswand)

    Hauswand. Dach traue ich mir nicht zu, nachher regnet es noch rein oder so.

    • Wo soll die Satverteilung sein? (Keller oder Dachboden)

    Dachboden. Wir haben einen Balkon, über den kommt die Schüssel und dann irgendwie in den Dachboden rein. Kabellegen traue ich mir zu, nur von Sat habe ich nicht so viel Ahnung.


    • Wo ist die zentrale Netzwerkverteilung?

    Im Keller und Dachboden gibt es ein Patchfeld. Pro Stockwerk einen Access Point. VDR wird per LAN angeschlossen.

    • Wo soll der VDR-Server oder SAT>IP-Server stehen?

    Dachboden.

    • Welches Übertragungsprotokoll soll definitiv verwendet werden? Streamdev-plugin oder SAT>IP

    Ich denke, wenn die Schwiegermutter per SAT direkt angebunden wird, kann der Rest über Streamdev laufen.


    • Wie viele Netzwerkstream sollen verfügar sein?

    Live nicht so viele, denke drei reichen. Geht mehr um Aufzeichnungen.

    • Wie sollen die VDRs in deiner Signatur eingesetzt werden?

    Der obere mit dem Quad-Tuner. Ist derzeit seit dem Auszug ungenutzt.

    • Was für Anschlussmöglichkeiten hat der Fernseher der Schwiegermutter? Modellbezeichnung? Sattuner vorhanden?

    Ist ein Samsung. Modell UE42F5570. Der kann DVB-S2, kann auch mit LAN umgehen, kann aber kein Sat>IP. Unklar ist mir noch, ob er Diseqc kann.

    Was ich mir vorstellen könnte, wäre ein 9/8 (6)-Multischalter der den Fernseher der Schwiegermutter klassisch über Satkabel anbindet.

    Ich hatte jetzt diesen 13/12er angepeilt: https://www.kosmos24.com/http-…Sat-12-Teilnehmer-285html


    Mir wird klar, dass ich zu kompliziert gedacht habe. Geht mir sonst oft andersherum, dass bei Freifunk Neulinge mit viel zu komplizierten Ideen kommen und jetzt bin ich mal derjenige. Ich dachte, mehrere Satelliten anzusteuern braucht teure Spezialgeräte. Aber scheinbar kann jeder Multischalter heute Diseqc. Also den einfach dran, dann kann ich bis zu drei Satelliten voll ausnutzen und brauche mir keine Gedanken zu machen, was wo dran kommt. Lediglich der 5°W braucht DVB-S2X.


    du bist im falschen Reiter -> satexpat.com/mis/

    Alle französischen 'Hauptsender' (ebenso wie die italienischen, welche per 'SuperBeam' leichter empfangbar sind) sind über 5°West mit ein wenig Aufwand in HD über MIS frei empfangbar.

    Ah danke. Hatte noch bei frei empfangbar geguckt, dazu wird MIS wohl nicht gezählt. Ist ja eigentlich auch logisch.


    Wo finde ich die in HD? Habe nur 11508 H gefunden, da liegen sie in SD drin, wenn ich das richtig verstehe.

    Wie oben erwähnt wird dein Wohnort wegen Footprint einen (für 5°West kleinen) Einfluss haben.

    Ich selbst wohne in der Nähe von Stuttgart und habe mit einer Maximum T85 für 5°West keine Probleme, je nach Tages- und Jahreszeit wohl aber mit 28,2°Ost, das sollte bei dir aber weniger der Fall sein.

    Verstehe den Satz nicht ganz. Meinst du keinen Einfluss? Laut der Karte hier müsste es ja ganz passabel sein: https://www.eutelsat.com/files…eam_Downlink_Coverage.jpg


    Danke an euch drei für die tollen Tipps. Langsam wird es rund. 😀


    Also nochmal Zusammenfassung:


    - Multibeam Maximum T85 + Mast für Hauswanad

    - 3x 4-fach Sat-Kabel auf den Dachboden

    - 13/12 Multiswitch

    - Vier Tunner VDR (standard)

    - Zusatzkarte für MIS (Projekt für wenn mal Zeit, vllt. nächsten Winter)

    - Ein Kabel zum Fernseher der Schwiegermama legen / durchpatchen


    Jetzt muss ich nur noch rausfinden, ob die Satelliten überhaupt im Sichtfeld liegen. Worauf beziehen sich die Gradzahlen? Von Norden aus im Uhrzeitersinn? Und welche Höhe?


    Frage noch zum Multiswitch: Der kann auch normale Quad-LNBs verwenden oder halt die eigentlich benötigten Quattro-LNBs. Welche würdet ihr mir empfehlen? Welches Modell ist für Multifeed sinnvoll? Habe schon gelesen, dass man auf schmale achten soll. Gibt da ja schon welche für 20 €. Reichen die qualitativ?


    Dass man im Haus vermutlich besser neue Kabel legen könnte, ist mir klar. Aber der Aufwand ist immens. Bin es aus dem Netzwerkbereich gewöhnt, vorhandene Kabel zusammenzuflicken und bin da mal ganz optimistisch.


    Viele Grüße
    Matthias

    [VDR1] AS J3455M mit 2x2 Device Bonding Digital Devices DuoFlex L4M-Twin S2 ver. 6.2, Ubuntu 14.04 64bit mit yavdr-experimental-repo und xine-Ausgabe mit vaapi, vdr 2.0.6
    [VDR2] ASRock N3050B-ITX SoC mit TBS 6281 2x DVB-C und Easyvdr als Komplettsystem mit einer X10 an einem Fernseher

  • Jetzt muss ich nur noch rausfinden, ob die Satelliten überhaupt im Sichtfeld liegen.

    nimm die Satfinder-App --> http://www.digitalfernsehen.de…-einrichten.106184.0.html


    mit dem Handy ungfähr in die Richtung peilen, dann sieht man auf dem Bildschirm, wo im realen Hintergrund der Satellit steht.


    Man kann es auch mit dem Azeleskop machen --> Ausrichtung zwischen zwei Bäumen

  • Hallo Matthias,


    vielen Dank für die Beantwortung des Fragenkataloges, ich werde mich morgen näher damit beschäftigen und etwas dazu schreiben.


    Aber nur mal vorab für den Standort der Satantenne, gibt es die Seite https://www.dishpointer.com.


    Hier kannst du deinen Standort eingeben und das Schüsselsymbol auf deinen gewünschten Montageort setzen.

    Nun die gewünschte Satposition einstellen und schauen was passiert. ;)
    Wenn du noch das Häkchen bei Options auswählst, kannst du noch die Höhe von eventuell vorhandenen Gebäuden oder Bäumen abschätzen.


    Schöne Grüße


    Christian

  • Mir wird klar, dass ich zu kompliziert gedacht habe. Geht mir sonst oft andersherum, dass bei Freifunk Neulinge mit viel zu komplizierten Ideen kommen und jetzt bin ich mal derjenige. Ich dachte, mehrere Satelliten anzusteuern braucht teure Spezialgeräte. Aber scheinbar kann jeder Multischalter heute Diseqc. Also den einfach dran, dann kann ich bis zu drei Satelliten voll ausnutzen und brauche mir keine Gedanken zu machen, was wo dran kommt. Lediglich der 5°W braucht DVB-S2X.

    Korrekt. Wie oben geschrieben, möchte ich empfehlen, 'einfach' anzufangen und dann auszubauen. Zunächst sollte ich die Empfangssituation geklärt werden. Dazu reicht ein einfacher Diseqc und ein DVB-S2X Receiver. Mit dem VDR wirst du für den MIS - Einstieg Mühe haben. Von Balkon per Fensterdurchführung direkt in Wohnung zum Testen und Optimieren.

    Ah danke. Hatte noch bei frei empfangbar geguckt, dazu wird MIS wohl nicht gezählt. Ist ja eigentlich auch logisch.


    Wo finde ich die in HD? Habe nur 11508 H gefunden, da liegen sie in SD drin, wenn ich das richtig verstehe.

    Verstehe den Satz nicht ganz. Meinst du keinen Einfluss? Laut der Karte hier müsste es ja ganz passabel sein: https://www.eutelsat.com/files…eam_Downlink_Coverage.jpg

    11508 H sind HD Sender auch wenn nicht explizit angegeben. Für den Start auf der T85 den 28,2°Ost LNB gegen Ende des rechten LNB-Träger-Schienenendes montieren (z.B. 20° nach rechts von Mitte), LNB 5°West etwas mittiger gegen linkes Ende der LNB - Trägerschiene der LNB Halterung (in Richtung Satelliten gesehen, z.B. 13,2° nach links von der Mitte). Karten sind für die Abschätzung sinnvoll, keine Empfangsgarantien.


    Pino

  • Hallo Matthias,


    soweit sieht das ganze gut aus!


    In der Satellitentechnik ist DiSEqC neben den 14/18-Volt und 22 KHz-Umschaltung heutzutage Standard.

    Der Fernseher von der Schwiegermutter unterstützt laut Anleitung DiSEqC und kann somit ohne Probleme verwendet werden.


    Bei Multischalter-Betrieb verwendet man in der Regel Quattro-LNB, hier liegen die vier Empfangsbereiche einzeln an den vier Ausgängen an.

    Bei einem Quad-LNB können vier Receiver direkt angeschlossen, da die hier zusätzlich ein interne 22 KHz-Umschaltung integriert ist.

    Um nun mehr als vier Teilnehmer zu versorgen, unterstützen die meisten Multischalter auch Quad-LNB,

    indem im High-Band noch das 22 KHz-Signal aufmoduliert wird.


    Zu der Auswahl der Marke der LNBs kann ich keine Erfahrungswert liefern, da ich meistens Kathrein-LNBs verwende.

    Aber die Marke Inverto scheint aber gut zu sein. Preislich wären pro LNB 30 bis 40 Euro ein guter Wert.


    Beim Koaxialkabel würde ich auch auf hochwertiges Kabel setzen z.B. Kathrein LCD 111.

    Ein zusammenflicken von alten und neuen Kabeln sollte man vermeiden!

    Wenn es nicht vermeidbar, wäre es sinnvoll zu wissen, welche Kabel-Bezeichnungen zum Einsatz kommen sollen.

    So kann man abschätzen, ob das jeweilige Kabel noch geeignet ist.


    Die Satanlage sollte mit Hilfe von einem Satmessgerät eingemessen werden, da hier drei Postionen empfangen werden sollen und zusätzlich noch der Aspekt des UK-Spotbeam.


    Schöne Grüße


    Christian