Schmelzsicherung vs. Sicherungsautomat

  • Moin, moin,


    mal etwas ganz andere Hardware zu der ich eine Frage an die Fachkundigen hier im Forum habe.


    Wo liegt (außer den offensichtlichen Unterschieden) der Unterschied bei einer Gebäude-Absicherung zwischen dem alten System der Schmelzsicherungen und dem neuen der Sicherungsautomaten.


    Ein Elektriker erzählte mir, dass die Schmelzsicherungen weniger träge wären, als die Sicherungsautomaten.
    Ist dem tatsächlich so oder macht es bei einem B-Sicherungsautomaten keinen Unterschied?


  • Vielen Dank für den Hinweis, aber da sehe ich spontan keine für mich vergleichbaren allgemeinen Informationen.
    Bei Leitungsschutzschalter/Sicherungsautomat wird die Auslösecharakteristik ja übersichtlich und verständlich dargestellt, aber bei der Schmelzsicherung/Schraubsicherung ist das für mich leider nicht nachvollziehbar.

  • Hi


    Beim Vergleich Sicherungsautomat (B) vs. Schmelzsicherung gewinnt normal der Automat, da die normale Schmelzsicherung träger ist.


    Wenn man einen Sicherungsautomat ähnlich einer Schmelzsicherung haben will, muß man zu den "K"-Typen greifen (selten anzutreffen und deutlich teuerer). Für Kraftsteckdosen bis 32A werden gern Automaten vom "C"-Typ genommen.
    In der Industrie werden aber immernoch sehr oft Schmelzsicherungen verbaut (warum auch immer)


    EDIT:

    Quote

    Gebäude-Absicherung


    Welche Sicherungen meinst du jetzt wirklich? die VOR oder NACH dem Zähler?
    :TIDE


    Quote

    BTW:
    Bei Neubauten werden heute FI/LS eingebaut. ;)


    eher Selten, weil zu teuer!
    In größerer Anzahl hab ich die bisher nur in paar Schränken eines Krankenhauses gesehen, weil dort bei sehr vielen Stromkreisen ein eigener FI vorgeschrieben war.
    Meist werden mehrere FI-Schutzschalter verbaut und dahinter über Sicherungen die Stromkreise aufgeteilt. (was ich auch jedem Häuslebauer empfehle)


    im Privaten Bereich würde ich FI/LS nur für Bastelräume vorschlagen, wenn derjenige bissel mehr Inverstieren will.

    Dirk

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  • @ Dirk,


    nur mal so zur Info:


    Quote

    [...] In Deutschland sind Fehlerstromschutzschalter seit dem 1. Mai 1984 für Räume mit Badewanne oder Dusche in Neubauten gefordert (einzige Ausnahme: fest angeschlossene Warmwasserbereiter). Seit dem 1. Februar 2009 müssen außerdem alle Steckdosen-Stromkreise mit einem Bemessungsstrom bis 20 A, welche für die Benutzung durch Laien und zur allgemeinen Verwendung bestimmt sind mit einer Fehlerstrom-Schutzeinrichtung mit einem Bemessungsdifferenzstrom von 30mA ausgestattet sein (im Außenbereich für Endstromkreise[11] bis 32 A).

    Die dafür verbindlichen Normen sind die DIN VDE 0100-701:2008-10 (für Räume mit Badewanne oder Dusche) und die DIN VDE 0100-410:2007 (Abschnitt 411.3.3 – für Steckdosenstromkreise). Die Übergangsfrist für die vorhergegangene Ausgabe 1997-01 ist am 1. Februar 2009 abgelaufen. ...



    http://de.wikipedia.org/wiki/F…chutzschalter#Deutschland

  • na dann für dich als Info


    FI -> Fehlerstromschutzschalter
    LS -> Leitungsschutzschalter (kurz ein Sicherungsautomat)



    FI/LS != FI !!!


    Ein FI/LS ist ein kombinierter Automat, in dem sowohl ein FI als auch ein Sicherungsautomat steckt.


    Beispiel (Marke ABB)


    - FI/LS B16 -> ab 33Euro
    - LS B16 -> ab 2Euro
    - FI 40/0.03 -> ab 34Euro


    also ab 2 Sicherungen lohnt sich schon ein gemeinsamer FI, was in einem normalen Haushalt auch kein Problem ist!
    Es ist auch erlaubt, hinter einen FI mehrere Schmelzsicherungen zu bauen.


    PS: Jeder Elektromeister wird sich freuen, wenn du sagst, das du alles FI/LS haben willst :D

    Dirk

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  • Erstmal vielen Dank für eure Infos.


    Um nochmal auf die Frage einzugehen, was ich möchte:


    Ich habe eine Garage übernommen, die aktuell noch nicht am Strom der Garagenzeile hängt, obwohl ein entsprechendes Kabel verlegt ist.
    Da dachte ich mir: "Super - verbaust Du Dir gleich noch eine eigene Sicherung bevor die wieder angeklemmt wird, damit, wenn mal was ist nicht erst jemand zum Wiedereinschalten anrücken muss."


    Nachdem ich nun alles bereitliegen habe, habe ich endlich den verantwortlichen "Vereinselektriker" erreicht (hatte vorher keine Kontaktdaten) und der meinte dann, dass ich gar keine Sicherungsautomaten verbauen kann, sondern nur Schmelzsicherungen über die noch vorhandene aber aktuell nicht genutzte Schraubfassung des ehemaligen Stromzählers.
    Begründet hat er das damit, dass die Schmelzsicherungen fixer wären als der Sicherungsautomat.


    Nachdem ich selber bissel recherchiert habe, konnte ich das nicht nachvollziehen und daher meine Frage hier.


    Hinzu kommt, dass die Garagenzeile selbst mit 10 A abgesichert ist und er meinte, dass es schon vorgekommen wäre, dass bei einzelnen Absicherungen mit 6A, öfters trotzdem die 10 A-Sicherung zuerst kam (also vor den 6ern).


    Ich denke mir nun, dass wenn die Leitungsschutzschalter wahrscheinlich -entgegen seiner Aussage - fixer kommen, dass ich dann ja auch durchaus mit den vollen 10 A anstelle von 6A absichern kann, oder?


    Gibt es irgendwo eine nachvollziehbare Darstellung des Sachverhaltes, die ich als Argumentationshilfe gegenüber einem kurz vor der Pensionierung stehenden Elektriker nehmen kann?
    (Der muss meine "interne" Stromverkabelung ja noch abnehmen.)

  • Quote

    Nachdem ich nun alles bereitliegen habe, habe ich endlich den verantwortlichen "Vereinselektriker" erreicht (hatte vorher keine Kontaktdaten) und der meinte dann, dass ich gar keine Sicherungsautomaten verbauen kann, sondern nur Schmelzsicherungen über die noch vorhandene aber aktuell nicht genutzte Schraubfassung des ehemaligen Stromzählers.
    Begründet hat er das damit, dass die Schmelzsicherungen fixer wären als der Sicherungsautomat.


    Schneller einzubauen :D ja .. Die restliche Aussage ist eine Kombination aus Ausrede, Machbarkeit und Finanzierbarkeit (muß man so sagen)
    es kann durchaus sein, das das einbauen eines aktuellen LS nich so einfach möglich sein ist.


    Aber kleiner Tip! Da ich annehme, das jede Garage einen eigenen Zwischenzähler hat -> schau dir an, wie alt der Zähler ist! Sollte er sehr alt sein (>20 Jahre), investiere lieber paar Euro und lass den gleich mit tauschen (kosten gebraucht und geprüft um die 10-15euro.


    Quote

    Hinzu kommt, dass die Garagenzeile selbst mit 10 A abgesichert ist und er meinte, dass es schon vorgekommen wäre, dass bei einzelnen Absicherungen mit 6A, öfters trotzdem die 10 A-Sicherung zuerst kam (also vor den 6ern).


    Wenn in den anderen Garagen zu dem Zeitpunkt auch Strom verbraucht wurde, ist das durchaus möglich.


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    Ich denke mir nun, dass wenn die Leitungsschutzschalter wahrscheinlich -entgegen seiner Aussage - fixer kommen, dass ich dann ja auch durchaus mit den vollen 10 A anstelle von 6A absichern kann, oder?


    Dazu ein klares "Nein". Ein LS B10 löst später aus als eine 6A Schmelzsicherung und du mußt bedenken, das du nicht allein bist.
    Du kannst aber in deiner Garage einen B6 Automat einbauen, der !!! sollte !!! eher als die 6A Schmelz(vor)sicherung auslösen.


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    Gibt es irgendwo eine nachvollziehbare Darstellung des Sachverhaltes, die ich als Argumentationshilfe gegenüber einem kurz vor der Pensionierung stehenden Elektriker nehmen kann?


    Da liegt die Vermutung nahe, das er die Anlage selbst mit gebaut hat und da sollte man ihm das schon glauben.
    Wie eine Leitung abgesichert werden darf, liegt an vielen Faktoren ( die er vermutlich am besten kennt) wie Leitungstyp, Verlegeart und Länge.


    Wenn ich mit meinen Vermutungen richtig liege, könnte die Zuleitung auch noch Alu sein (wenn ja -> bitte nicht in eine Wago-Klemme stopfen)


    Kann es sein, das es sich um eine Reihengarage in den "neuen" Bundesländern handelt, die vor 1989 gebaut wurde?

  • Die Vermutung ist ziemlich treffend und wahrscheinlich hast Du auch recht damit, dass er das Ganze selbst mit gebaut hat. ;)


    Die E-Anlage wurde aber schon zwischenzeitlich modernisiert, die Zähler (inklusive der früheren "Unter-"Sicherung) aufgrund des hohen Eigenverbrauchs abgeklemmt.


    Dass eine 6A-Sicherung vor einem 10A-Leitungsschutzschalter fliegt ist mir schon klar.
    Aber Deine Einwände sind trotzdem sehr gut - die anderen Verbraucher hatte ich natürlich nicht bedacht.

  • Dass eine 6A-Sicherung vor einem 10A-Leitungsschutzschalter fliegt ist mir schon klar.


    sollte man annehmen, in der Praxis kann es manchmal anders ausgehen. Bis zum doppelten Nennstrom wird das so sein, das die 6A Schmelzsicherung zuerst anspricht. Bei einem Kurzschluss, also über dem 10fachen Nennstrom kann die Sache auch anders ausgehen. Ich hatte gestern mal ins Datenblatt vom ABB 16A B2 Automaten geschaut, da lag die Auslösezeit bei 1,45 fachem Nennstrom bei kleiner/gleich 1Stunde, bei 3fachen Nennstrom zwischen 0,1 und 45 Sekunden und bei 5fachem Nennstrom unter 100ms. Nun müsste man genau mal schauen , wie dort die Schmelzsicherung reagiert. Von den großen Schmelzsicherungen habe ich momentan kein Datenblatt, aber bei den Feinsicherungen war es bsw. so, das die schon mindestens einen 10fachen Nennstrom brauchten, um im Millisekundenbereich durchzubrennen.

  • Der Vorteil von den Automaten liegt einfach darin, dass sie eine magnetische Schnellauslösung bei hohen Strömen, also Kurzschlüssen, haben.
    Bei geringerem Überstrom ist es doch sehr abhängig von der Sicherung (egal ob Automat oder Schmelzsicherung) wer zuerst auslöst. Im Kopf habe ich das auch nicht mehr.
    Schmelzsicherungen würde ich heutzutage aber nicht mehr einsetzen, lieber Automaten.
    Gänzlich unwahrscheinlich halte ich es, dass eine 10A-Sicherung auslöst, aber eine dahinterliegende 6A-Sicherung nicht. Im ungünstigen Fall könnten halt beide auslösen.

    Asus AT3N7A-I (Dualcore Intel Atom 330), Nvidia GeForce 9400 (onBoard), Pinnacle PCTV 452e, Mystique Satix S2 Sky USB Rev.2, AverTV Green Volar HD, X-Tensions DVB-T-380U, 2GB RAM, Xubuntu 12.04 mit yaVDR stable-Paketen, gepatchter Kernel 3.6.7, yaVDR 0.4, linux-media-dkms bzw. media-match 3.3, USB-IR-Einschalter (igorplug-kompatibel)
    Gehäuse: Maxdata Favorit 5000i, Antennen: Strong SRT Ant 15 Eco, Selfsat HD30D4

  • Der praktischste Unterschied ist, dass nach dem Auslösen und nachdem das Problem beseitigt wurde oft keine passende Schmelzsicherung auffindbar ist um den Normalzustand wieder herzustellen.


  • Es gibt ja zum Glück Alufolie. :lol2


    :angst :firedevil

    Client 1 Hardware : MSI Z87-G43, I5-4570, 4 GB Ram (oversized aber war über :) ),Zotac NVidia GT630 (25 Watt),Thermaltake DH202 mit iMon-LCD ( 0038 ) und vdr-plugin-imon
    Software : yaVDR 0.6,sofhhddevice @ 1920x1080@50Hz
    Server Hardware : MSI Z87-G43, I7-4790, 16 GB RAM, 5x3 TB WD Red, Digibit-R1 (2 Devices)
    Software : Ubuntu 16.04 LTS mit yavdr-Paketen,virtualbox,diverse VM's


    Yoda: Dunkel die andere Seite ist...sehr dunkel!
    Obi-Wan: Mecker nicht, sondern iss endlich dein Toast ...


  • Es gibt ja zum Glück Alufolie. :lol2


    Da bekommt das Sprichwort 'Provisorien halten am Längsten' eine todsichere Bestätigung.

  • Da bekommt das Sprichwort 'Provisorien halten am Längsten' eine todsichere Bestätigung


    Und durchaus gängige Praxis von Leuten, die von sowas null Plan haben. Selbst der gute Vorsatz (nächsten Montag wird getauscht) wird irgendwann ignoriert/runtergespielt/vergessen. Eine Sicherung (egal welche) löst nicht einfach mal von sich aus. Da ist immer was faul.


    BJ1

  • Zauberwort ist "Selektivität". Sollte der Elektriker eigentlich kennen.


    http://de.wikipedia.org/wiki/S…t%C3%A4t_%28Stromkreis%29


    Da aber nicht mehr getrennt gezählt wird, kann ich mir gut vorstellen, dass eine "ordentliche" Lösung (also Ersetzen der Zuleitung durch etwas, das ausreichend ist, um jedem eine mit 16A gesicherte Steckdose zur Verfügung zu stellen) auch garnicht gewünscht ist. Mieter solcher Garagen sollten zumindest nicht vorhaben in absehbarer Zeit ein Elektroauto anzuschaffen ;)


    Und was die Alufolie angeht: Die hat noch nichtmal in unmittelbarer Nähe von einer Schmelzsicherung etwas verloren! Nichtmal als Notlösung geht sowas! Wenn der Fehler nach wie vor besteht kann schon der Versuch einer solchen Reparatur fatale Folgen haben! :§$% Vom Risiko von "vergessenem" Sicherungspfusch ganz abgesehen!

  • Quote

    Da aber nicht mehr getrennt gezählt wird, kann ich mir gut vorstellen, dass eine "ordentliche" Lösung (also Ersetzen der Zuleitung durch etwas, das ausreichend ist, um jedem eine mit 16A gesicherte Steckdose zur Verfügung zu stellen) auch garnicht gewünscht ist.


    Sowas scheitert meist an der Zahlungwilligkeit der Besitzer/Mieter der Garagen/Gärten/... . Das etwas gemacht werden muß, ist den meisten klar, aber bezahlen wollen sie dann ihren Anteil auch nicht.


    Dann kommt noch dazu, das man dann erstmal alle unter einen Hut bringen muß. Das scheitert meist schon daran einen Termin zu finden, wo ALLE da sind und wenn möglich sogar mit machen. Das geht meist erst (und dann sogar schnell) wenn etwas gar nicht mehr geht.


    Der praktischste Unterschied ist, dass nach dem Auslösen und nachdem das Problem beseitigt wurde oft keine passende Schmelzsicherung auffindbar ist um den Normalzustand wieder herzustellen.


    Wenn das (in den Garagen um die es hier geht) wirklich so gebaut ist, wie ich es vermute, da löste die 10A Schlicht wegen Überlastung aus :D
    x Garagen (mit je 6A abgesichert) hinter einer 10A Hauptsicherung ...


    Quote

    Und was die Alufolie angeht: Die hat noch nichtmal in unmittelbarer Nähe von einer Schmelzsicherung etwas verloren! Nichtmal als Notlösung geht sowas! Wenn der Fehler nach wie vor besteht kann schon der Versuch einer solchen Reparatur fatale Folgen haben! :§$%
    Vom Risiko von "vergessenem" Sicherungspfusch ganz abgesehen!


    Oder es gibt Witzbolde, die drehen sich ihre eigene Sicherung aus einem Stück Rundstahl. Das ist KEIN Scherz! Schon mehrfach gesehen und entsorgt!
    Beliebt sind auch alte Schraubendreher oder dicke Nägel als Ersatz für defekte NH-Sicherungen